gerade mit künſtlichen Bewäſſerungsanlagen verſehen zu ſein, im Herbſt und Winter mit dem von den Bergen reſp. Aeckern kommenden Waſſer überrieſelt, wodurch die⸗ ſelben in den Stand geſetzt werden, gute Ernten zu geben. Obwohl die Gemar⸗ kung vielſeitig von Wald umgeben iſt, machen ſich die von den höchſten Bergen des Vogelsberges darüber wehenden Winde oft in ſehr unliebſamer Weiſe geltend, namentlich im Frühjahr, wo, wenn bei Tage Sonnenſchein und Nachts Froſt war, die Oſt⸗ und Nordoſtwinde die emporgehobenen Wintergetreide⸗ und Kleepflanzen ver⸗ nichten. Das Klima iſt das des Vogelsberges, alſo rauh und wenig günſtig. Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt— mit Ausnahme eines großen Theils der Wieſen — hiernach nur eine kaum mittlere, ja vielfach eine recht geringe.
b. Das Verhältniß der Wieſen zu dem Ackerland iſt wie 1:2, der Hutweiden zu demſelben wie 1: 20, die Gärten wie 1: 50.
c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte der Landwirthſchaft ſind Korn, Gerſte, Hafer, Weizen, dann hauptſächlich Kartoffeln, Klee, Rüben, hin und wieder auch etwas Winterſamen und im letzten Jahre auch etwas Zuckerrüben nach der Fabrik Stock⸗ heim. Der Weizen wird ſämmtlich verkauft, ebenſo der Ueberſchuß an Gerſte und Hafer; Korn und Kartoffeln verbrauchen die Landwirthe meiſtens in ihrer Wirth⸗ ſchaft ſelbſt. Mit letzteren wird nicht geſpart, ſobald ſie reichlich gewachſen ſind; iſt das Gegentheil der Fall, ſo iſt nicht ſelten Mangel und Noth zu conſtatiren.
Die Obſtbaumzucht iſt, wie ſchon Eingangs erwähnt, weniger als mittelmäßig. Die Gemeinde verkauft von ihr gehörigen Bäumen wohl für 300 Mk. Apfel; die Privaten verkaufen wenig oder nichts und begnügen ſich, wenn ſie von ihren Zwetſchen⸗ hecken und Birnbäumen ſoviel gewinnen, daß ſie Latwerge auf ihr Brod zu ſtreichen haben.
Die Rindviehzucht bildet einen Hauptzweig der Landwirthſchaft. Es wird ziem⸗ lich viel Jungvieh aufgezogen und verkauft, mit ſeltenen Ausnahmen wird aber ein Handel ohne Vermittelung eines Juden abgeſchloſſen, denen die geringen Bauern auch in ſehr häufigen Fällen ſog. Einſtellvieh halten müſſen. Auch in Schweinezucht wird Ziemliches geleiſtet.— Die Milch wird, ſoweit ſie nicht in der Haushaltung verbraucht wird, verbuttert, doch iſt man damit im Begriff einen Anſchluß an die Fürſtliche Käſerei in Birſtein zu erlangen, um die Milch dorthin verkaufen zu können.
Die Fruchtfolge in Wenings iſt: 1. Gerſte, 2. Hafer, 3. Brachfrucht, 4. Winter⸗ getreide.
d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt kein rationeller; vor allen Dingen fehlt es vielen Weningſer Einwohnern an Sinn für Ordnung und Reinlichkeit in ihren Hofraithen. Was an Dünger, Pfuhl, Holz u. ſ. w. verloren geht, iſt nicht gering anzuſchlagen.
Gewerbebetrieb neben der Landwirthſchaft iſt nur in ganz minimaler Weiſe vorhanden, einige Schuhmacher, Schmiede und Schreiner, verſchiedene Metzger und Wirthe, die nur für die Ortseingeſeſſenen arbeiten, iſt alles! Als Taglöhner be⸗ ſchäftigen ſich ziemlich viel Einwohner, die auf dem Pachthofe und bei den reicheren Bauern, auch im Gemeindewald hinreichend Arbeit finden.
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