Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
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zuſammen und geben einen richtigen Maßſtab für die Beurtheilung der Geſammtlage. Dies wird um ſo mehr klar werden, wenn man der geringen Rentabilität die vor⸗ handene Verſchuldung gegenüberſtellt, insbeſondere die Belaſtung mit den vor allen übrigen Schulden graven Hypotheken.

Die Mobiliarſchulden konnten leider nicht ermittelt werden und der Commiſſär hat es abſichtlich vermieden, Zahlen anzugeben, welche auf vagen und widerſprechenden Mittheilungen beruhen, ſoviel aber ſteht feſt, daß auch Mobiliarſchulden in ſehr be⸗ deutenden Beträgen vorhanden ſind.

Das Vorhandenſein einer ſchwierigen Lage iſt hiernach kaum zu verkennen. Bei Fortdauer dieſer Verhältniſſe iſt in abſehbarer Zeit ein Zuſammenbruch der ſtärker verſchuldeten Wirthſchaften unvermeidlich. Hierdurch würde zunächſt ein vermehrtes Angebot von Gütern ſtattfinden und der Preis derſelben auf einen niedrigeren Punct zurückgehen. Eine ſolche Kriſis würde, ſo ſehr ſie zu beklagen wäre, doch eine Art läuternder Wirkung auf die zu ungerechtfertigter Höhe hinaufgeſchraubten Güter⸗ preiſe üben.

Wenn wir nunmehr zu einer Erörterung derjenigen Maßnahmen übergehen, welche uns geeignet erſcheinen, eine Beſſerung dieſer Zuſtände herbeizuführen, ſo theilen wir dieſelben in 2 Categorien und zwar:

1. in ſolche, welche durch Selbſthülfe möglich ſind;

2. in ſolche, welche nur durch Eingreifen, reſp. die Unterſtützung des Staates ausführbar ſind.

Unter diejenigen Maßregeln, welche zur Selbſthülfe gehören, zählen wir in erſter Linie einen verbeſſerten, intenſiveren landwirthſchaftlichen Betrieb. Die in den Ren⸗ tabilitätsberechnungen erſcheinenden hohen Natural⸗Erträge laſſen zwar auf den erſten Anſchein den Betrieb in einem nicht ungünſtigen Lichte erſcheinen, doch läßt die unter Frage Ied gegebene Darſtellung der herrſchenden Wirthſchaftsmethode mancherlei Mängel erkennen, deren Beſeitigung von großem Nutzen wäre. Hierunter verſtehen wir zunächſt die Abſchaffung oder doch wenigſtens Einſchränkung der Brache und die ſtärkere Anwendung künſtlicher Düngemittel. Die Viehhaltung könnte wohl auch verſtärkt werden, doch ſind nach dieſer Richtung hin gewiſſe Grenzen gezogen wegen mangelnder Wieſen, ſowie der Nothwendigkeit den Kleebau in beſtimmten Grenzen zu halten.

Im Laufe der Erhebungen iſt auch der Commiſſär der Anſicht begegnet, daß es unter gegenwärtigen Zeitverhältniſſen vortheilhafter ſei, mehr extenſiv zu wirth⸗ ſchaften, die Brache zu verſtärken, das Betriebscapital zu verringern, beſonders die Ausgaben für künſtliche Düngemittel einzuſchränken ꝛc. Daß ſolche Anſichten bei ſonſt intelligenten Landwirthen Platz greifen können, erſcheint dem Commiſſär als ein bedauerliches Symptom, das ein grelles Licht wirft auf die verzweifelte Stim⸗ mung in ſolchen Kreiſen und das er hier nicht unerwähnt laſſen will; er muß jedoch hinzufügen, daß dieſe Anſichten nur vereinzelt vorkommen.

Ein weiteres wichtiges Mittel zur Hebung der landwirthſchaftlichen Verhältniſſe

von Fürfeld würde die ſyſtematiſch ausgeführte Entwäſſerung der naſſen Gemarkungs⸗ 3¹⁵