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Zollmaßregeln wird die ſein, ein erdrückendes Hereindrängen des ausländiſchen Ge⸗ treides abzuwehren und das inländiſche wieder mehr zur Geltung zu bringen und verwerthbar zu machen, was leider in letzterer Zeit kaum mehr der Fall war. Con⸗ currenz iſt wie überall, ſo auch in der Landwirthſchaft nöthig und nützlich, damit ſie nicht erlahme und vorwärts ſtrebe, aber eine vernichtende, durch die unüberſteigbare Gewalt der Verhältniſſe weit überlegene Concurrenz müßte zum Ruin führen.
Die ſoeben erwähnte ſchwere Verwerthbarkeit namentlich des Getreides, insbe⸗ ſondere des Weizens, wird für Fürfeld noch aufs ſchärfſte verſtärkt durch die vom großen Verkehr entfernte Lage des Ortes. Hiervon nur ein Beiſpiel: Im ver⸗ floſſenen Jahre war der Wein gut gerathen und lieferte namentlich in quantitativer Hin⸗ ſicht einen reichen Ertrag. Viele kleinen Beſitzer waren nicht in der Lage ihr Erzeugniß keltern und einlegen zu können. Hierdurch wurden die Zwiſchenhändler vollſtändig zu Herren der Situation, da directe Käufer bei ſolchen Conjuncturen in die entlegene Gegend nicht kamen. Dieſe Situation wurde denn auch gründlich ausgebeutet. Die Preiſe wurden unverantwortlich herabgedrückt und außerdem mußte der Verkäufer hohe Proviſionen zahlen. Einzelnen Maklern ſind zu dieſen Zeiten ihre täglichen Verdienſte bis zu 100 Mk. und mehr nachgerechnet worden.(Die Makler ließen ſich durchgängig 10 Pf. Proviſion pro 8 Liter bezahlen, was bei einem Durchſchnittswerth von 1,20 Mk. pro 8 Liter 8 ½ pCt. des Werthes darſtellt! Es ſind ſogar Fälle bekannt, in denen 20 Pf. pro 8 Liter bezahlt wurden, in einer Nachbargemeinde!) Daß auf dieſe Weiſe dem Landwirth ein gut Theil ſeines ſauer verdienten Geldes wieder entriſſen wird, iſt klar.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landw. Bevölkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maßnahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
Wenn wir auf Grund der vorhergehenden Erhebungen und Erörterungen das Bild zuſammenfaſſen, das die Gemeinde Fürfeld in landwirthſchaftlicher Beziehung gewährt, ſo wird daſſelbe kein beſonders freundliches ſein. Eigentlich blühende Wirth⸗ ſchaften, welche nur durch die Erträgniſſe ihrer Felder zu Wohlſtand und Vermögen gelangen, ſind kaum da. Die Landwirthe führen vielmehr bei recht beſcheidener Lebens⸗ weiſe und mäßigen Lebensanſprüchen einen harten Kampf ums Daſein und eine Nothlage würde eintreten, wenn aufeinanderfolgend einige ſchlechte Ernten eintreffen würden und eine weitere Verſchuldung des Grund und Bodens dadurch herbeige⸗ führt würde.
Obwohl die ausgeführten Rentabilitätsberechnungen, wie bereits erwähnt, in manchen unweſentlichen Einzelnheiten keinen Anſpruch auf abſolute Genauigkeit machen, ſo treffen ſie doch ohne Zweifel in ihrem Endreſultat mit der Wirklichkeit annähernd


