Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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Exiſtenz zu Grunde gehen, und das Emporkommen junger ſtrebſamer Kräfte ſehr er⸗ ſchwert wird.

Aber auch nach anderer Richtung hin kann ein beſſeres Verhältniß zwiſchen Bodenpreis und Rentabilität dadurch herbeigeführt werden, daß der landwirthſchaft⸗ liche Betrieb ein beſſerer und intenſiverer wird. Obwohl die Ertragsfähigkeit des Bodens an beſtimmte Grenzen gebunden iſt und nicht willkürlich geſteigert werden kann, ſo erſcheint doch in Berückſichtigung der in Fürfeld üblichen Wirthſchaftsmethode die Grenze des Möglichen noch nicht erreicht. Insbeſondere müßte die reine Brache, ein in der modernen Landwirthſchaft überwundener Standpunct ganz abgeſchafft, reſp. durch ſtärkere Anwendung künſtlicher Dünger, zweckmäßige Fruchtfolge, ſorgfältige Bodenbearbeitung einerſeits, ſtärkere Viehhaltung, Zukauf von Kraftfutter, größere Düngerproduction andererſeits, entbehrlich gemacht werden.

Wie allerwärts, ſo auch in Fürfeld, haben ſich in den letzten 20 25 Jahren die Exiſtenzbedingungen der Landwirthe ſehr verſchlechtert durch die ungeheuer geſtei⸗ gerten Productionskoſten, insbeſondere der um ca. 100Ct. geſtiegenen Arbeitslöhne, denen auf der anderen Seite ein Rückgang des Preiſes der wichtigſten landwirth⸗ ſchaftlichen Erzeugniſſe, insbeſondere des Getreides gegenüberſteht. Daß beide Um⸗ ſtände in Verbindung zuſammen eine außerordentliche Verſchlechterung der landwirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſe erzeugen müſſen, kann keinem Zweifel unterliegen. Zweifellos iſt aber auch, daß dieſen Dingen gegenüber der Landwirth völlig machtlos iſt. Die geſtiegenen Arbeitslöhne ſind eine Thatſache, welche ruhig hingenommen werden muß, an deren Rückrevidirung nicht gedacht werden kann; man muß einfach mit ihr rechnen und anerkennen, daß dieſelbe durch das Sinken des Geldwerthes und durch geſteigerte Lebensanſprüche bedingt wird.

Anders jedoch verhält es ſich mit den geſunkenen Preiſen der wichtigſten land⸗ wirthſchaftlichen Erzeugniſſe. Der Import ausländiſcher Bodenproducte nimmt von Jahr zu Jahr größere Dimenſionen an. Die Anbauflächen der großen Exportländer vergrößern ſich, die Transportmittel verbeſſern und verbilligern ſich, die Wege ver⸗ kürzen ſich(Panamacanal). Auf dieſe Weiſe werden unſerer heimiſchen Landwirthſchaft Productionsgebiete nahegerückt, welche durch ihren auf Menſchenalter noch vorhaltenden Reichthum an Pflanzennährſtoffen unſerem Ackerboden unzweifelhaft überlegen ſind. Dieſen Dingen gegenüber haben Regierungen und Reichstag anerkannt, daß unſere Landwirthſchaft des Schutzes bedürfe und den beſtehenden Zoll auf landwirthſchaft⸗ liche Erzeugniſſe neuerdings in angemeſſener Weiſe erhöht. Die jetzt beſtehenden landwirthſchaftlichen Zölle können nicht dazu dienen, eine weſentliche Vertheuerung der nothwendigſten Lebensbedürfniſſe zu bewirken, vielmehr ſollen ſie hauptſächlich einer weiteren Entwerthung der landwirthſchaftlichen Erzeugniſſe vorbeugen. Sie ſollen und können aber auch dazu dienen, einen Ausgleich für die beſtehende Verſchiedenheit der Verhältniſſe zwiſchen in⸗ und ausländiſcher Production zu bieten, reſp. erſtere letzterer gleichzuſtellen, keineswegs aber dazu, wie häufig behauptet wird, lediglich den Großgrundbeſitzern Ströme Goldes mühelos in den Schoos zu leiten auf Koſten des conſumirenden Publicums. Eine weitere nothwendige und berechtigte Wirkung dieſer