Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
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3. Der Preis des Bodens iſt zu hoch und iſt in den letzten Jahren noch ganz unmotivirter Weiſe geſtiegen. Es iſt unter Frage III a bereits verſucht worden, dieſe auffallende Thatſache zu erklären.

4. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt unter Frage I d näher charakteriſirt, Ver⸗ beſſerungen ſind möglich und nöthig, doch geht man langſam und vorſichtig vor. Derſelbe entſpricht nicht ganz den Anforderungen, die man heutzutage zu ſtellen be⸗ rechtigt iſt. Insbeſondere müßte die reine Brache abgeſchafft, reſp. durch ſtärkere Benützung der künſtlichen Düngemittel entbehrlich gemacht werden, auch auf die Vieh⸗ haltung mehr Nachdruck gelegt werden.

5. Großartige Gebäude kommen nicht vor.

6. Die Arbeiterverhältniſſe ſind in Fürfeld eher günſtiger als ungünſtiger wie ſonſtwo in der ganzen Gegend.

7. Die Abſatzverhältniſſe ſind ſehr ungünſtig. Fürfeld iſt ein vom Eiſenbahn⸗ verkehr abgelegener Ort. Welche große Nachtheile dies hat, ſoll weiter unten näher erörtert werden.

8. So lange die Eltern leiſtungsfähig ſind, arbeiten ſie mit, oder die ſtärker Begüterten machen ſich ihren ſog. Vorbehalt, d. h. ſie behalten ſich nach der Verthei⸗ lung unter ihre Kinder ſo viele Güter zurück, als zu ihrem ferneren Lebensunterhalt nöthig ſcheint. Eine Belaſtung der vertheilten Güter mit Leibrenten und hohen Alten⸗ theilen iſt nicht üblich.

9. Mit Pferden wird wohl in einzelnen Fällen etwas Luxus getrieben, doch kommt dies im Allgemeinen nicht in Betracht. Sonſtige unwirthſchaftliche Gewohn⸗ heiten in engerem Sinne kommen nicht vor.

10. Die Grundſteuern ſind neueſtens um etwas ermäßigt worden, was als eine Erleichterung empfunden wird. Die Umlagen ſind in den letzten Jahren höher ge⸗ worden, betragen aber immerhin kaum 65 pCt. der directen Steuern, da der Ge⸗ meindewald als weſentliche Einnahmequelle für die hohen Communallaſten eintritt. Die Schulkoſten belaſten das Gemeindebudget ſchwer. Eine ausſchlaggebende Be⸗ deutung auf die Rentabilität üben Steuern und Umlagen nicht aus. Dagegen werden vielfache Klagen laut über die Höhe der Abgaben bei Beſitzwechſel von Immobilien.

Faſſen wir hiernach die Haupturſachen zuſammen, welche eine unbefriedigende Rentabilität des landwirthſchaftlichen Betriebes bedingen, ſo finden wir folgende:

1. Die im Verhältniß zur Ausnutzungsfähigkeit des Bodens zu hohen Preiſe deſſelben.

2. Einen mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb.

3. Geſtiegene Arbeitslöhne, gefallene Preiſe der wichtigſten landwirthſchaftlichen Producte.

4. Ungünſtige Abſatzverhältniſſe.

Der ungewöhnlich hohe Preis, namentlich der beſſeren Felder, iſt im Vorher⸗ gehenden mehrfach erörtert und zu erklären verſucht worden. Daß dieſe Verhältniſſe mit der Zeit nach irgend einer Richtung ſich corrigiren müſſen, iſt zweifellos. Wahr⸗ ſcheinlich iſt freilich, daß bis dies geſchehen, an den gemachten Rechenfehlern manche