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Die Koſten der Stallmiſtproduction für das mittlere Gut ſtellen ſich auf etwa 56 Pf., für das kleinere auf 50 Pf. Die Factoren dieſer Berechnung beruhen auf annähernder Schätzung, insbeſondere i*ſt die Gewichtsſchätzung des producirten Dunges ſehr unſicher, es kann daher dem nach dieſer Richtung gewonnenen Reſultut ein weſent⸗ licher Werth kaum beigelegt werden.
Der Natural⸗Bedarf für die Familie erweiſt, daß die Beſitzer, abgeſehen von dem verbrauchten Wein und Obſtwein, eine recht beſcheidene Lebensweiſe führen und daß die Kartoffel, das Brod der Armen, vorherrſcht, dagegen der Fleiſchverbrauch ein geringer iſt. Der für die Familie eingeſtellte Verbrauch an Getreide iſt ſelbſtredend ſo zu verſtehen, daß nur das daraus gewonnene Mehl für die Familie verbraucht wurde und zwar das nach Abzug des Mahllohnes, des ſog.„Molters“, noch verbleibende Reſtquantum, während die Kleie in dem Verbrauch für den Viehſtand erſcheint. Der wirkliche Brodſtoffverbrauch für die Familie reducirt ſich hierdurch ſehr weſentlich, wie aus den Anlagen I und II erſichtlich. Die Koſten der Nahrungsmittel dürften ſich hiernach pro Perſon auf ca. 75—80 Pf. ſtellen.(Bei einem täglichen Verbrauch bis zu 2,71 Mk. in der 3 Perſonen ſtarken Familie und zeitweiſe 1 Taglöhner des kleineren Beſitzers.)
III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahmen und Geldausgaben.
Aus der Geldrechnung geht zunächſt hervor, daß ſelbſt die kleinſten Landwirthe weſentliche Mengen Getreide verkaufen. Dieſe, im Gegenſatz zu der vielfach aufge⸗ ſtellten Behauptung, der kleine Beſitzer habe überhaupt kein Getreide zu verkaufen, ſtehende Thatſache führt zu mancherlei Folgerungen. Hervorgehoben muß hier werden, daß der Getreidebau in Fürfeld nicht etwa ausnahmsweiſe ſtark betrieben wird, viel⸗ mehr nur in demſelben Verhältniß, wie dies in der ganzen Gegend üblich iſt und daß derſelbe ſogar gegen früher in neuerer Zeit bedeutend eingeſchränkt wurde. Die beiden dargeſtellten Wirthſchaftsbeiſpiele thun dar, daß der mittlere Beſitzer 57 pCt. ſeiner Getreideernte zum Verkauf brachte, während der kleine Beſitzer immer noch 46,25 pCt. ſeines ſämmtlichen Getreides verkaufte.
Dies Reſultat wird vielleicht etwas weniger auffallend erſcheinen, wenn man erwägt, daß in jeder Wirthſchaft, ob groß oder klein, der Natural⸗Bedarf zu dem Natural⸗Ertrag in einem ziemlich conſtanten Verhältniß ſtehen wird, d. h. in allen ſolchen Wirthſchaften, wo die vorhandenen Kräfte öconomiſch ausgenutzt werden und der Unterhalt für Letztere direct aus dem Natural⸗Ertrag entnommen wird. Wo dies Letztere nicht der Fall, wird an Stelle des verringerten Natural⸗Bedarfs eine ſtärkere Ausgabe für Taglöhne, reſp. an Stelle des Minderverbrauchs an eigenen Producten für den Viehſtand, ein vermehrter Zukauf von Futtermitteln treten. Hierbei kommt im vorliegenden Falle in Betracht, daß Weinbau getrieben wird, welcher un⸗ verhältnißmäßig viel Handarbeit erfordert, wodurch ſich der Conſum der eigenen Wirthſchaft verſtärkt, ſtärkere Düngerproduction nöthig wird und hierdurch wiederum


