Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen

24

Die weiter bearbeitete Wirthſchaft eines mittleren Beſitzers von 9,96 Hectar iſt für den üblichen Betrieb dieſer Gruppe ganz zutreffend.

Ein größerer Beſitzer, welcher bereit geweſen wäre, die nothwendigen Angaben zu machen, war abſolut nicht zu finden, es konnte deßhalb dieſe Art des Betriebes leider nicht vorgeführt werden. Es iſt bereits unter Id bemerkt, daß die größeren Güter rationeller und intenſiver bewirthſchaftet werden und läßt ſich hieraus folgern, daß das Endreſultat einer Rentabilitätsberechnung bei dieſer Betriebsart ein etwas günſtigeres geweſen wäre, als es das mittlere und kleinere Gut aufweiſen. Kraft⸗ futter und künſtliche Düngemittel werden hier ſtärker angewandt und hierdurch die Erträge geſteigert.

Für die beiden ausgeführten Rentabilitätsberechnungen ſei hier erläuternd Folgen⸗ des bemerkt:

I. Beſitzſtand⸗Nachweis, beſtehend aus den Nachweiſen über den Werth von Grund und Boden mit Obſtbäumen, Gebäude⸗ capital, Inventarcapital(todt und lebend) und umlaufendes Be⸗ triebscapital(Vorrath).

Das Verhältniß der einzelnen Betriebscapitalien zum Grundeapital ſtellt ſich wie folgt:

Mittleres Gut.

Das Gebauderapital beträgt........ 16 0p vom Grundcapital. Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt.. 61 ½ 8 Das umlaufende Betriebscapital beträgt.... 2 2

Kleineres Gut.

Das Gebäudecapital beträgt........ 32 Das Inventarcapital(todt und lebend) beträgt.. 10 5 Das umlaufende Betriebscapital beträgt.... 3

II. Natural⸗Rechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Natural⸗Ertrag und Natural⸗Bedarf nebſt Schlußfolgerungen.

Die Erträgniſſe wurden ſo eingeſtellt, wie ſie dem Commiſſär von den beiden Beſitzern thatſächlich gemacht wurden, ſie ſtimmen übrigens mit den mittleren Erträg⸗ niſſen, wie ſie bei Aufnahme der Erndteerträge vorliegen, im Weſentlichen überein, bis auf Wein. Wein wurde im Durchſchnitt geerndtet in den letzten 10 Jahren per Hectar 29,5 Hectoliter. Bei den beiden Rentabilitätsberechnungen wurde jedoch das günſtige Weinjahr 1884 zu Grund gelegt. Das Endreſultat wird hierdurch nicht unweſentlich in günſtigem Sinne beeinflußt, doch muß hierbei bemerkt werden, daß der 10 jährige Durchſchnittsertrag von 29,5 Hectoliter per Hectar= rund 4 ½ Ohm per Heſſiſchen Morgen, der ſich nach dem ſtatiſtiſchen Material ergibt, etwas ſehr niedrig gegriffen erſcheint, der Commiſſär hat daher Anſtand genommen, dieſe Zahlen als Grundlage der Berechnung zu wählen.