Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
Seite
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III. Geldrechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über Geld⸗ einnahmen und Geldausgaben.

Die Geldrechnung weiſt nach, daß der größere Beſitzer einen kleinen Ueberſchuß hat, bei dem mittleren ſtellt ſich Einnahme und Ausgabe beinahe gleich, der kleinere kommt nicht herum und muß Schulden machen. Der Grund liegt hauptſächlich darin, daß in den beiden erſten Haushaltungen faſt nur erwerbsfähige Familien⸗ glieder ſind, während die Familie des Letzteren zum größten Theil aus erwerbsun⸗ fähigen Kindern beſteht, die zudem noch beträchtliche Ausgaben für Nahrung und Kleidung veranlaſſen.

IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Rohertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte), die Productionskoſten und den Reinertrag.

a. Ein Reinertrag ſtellt ſich bei keiner Wirthſchaft heraus, wenngleich die Bewirth⸗ ſchaftungskoſten, insbeſondere die Arbeitslöhne ſehr gering berechnet ſind.

b. Die Unrentabilität iſt beſonders auf folgende Gründe zurückzuführen:

1. Die im allgemeinen geringen Fruchtbarkeitsverhältniſſe der Gemarkung und überhaupt der Gegend, bedingt durch die Höhenlage, den nicht tiefgrundigen Boden mit theils ſteinigtem, theils undurchlaſſendem lehmigem Untergrund, wodurch beſon⸗ ders der Anbau der Winterfrucht und des Klees ſehr unſicher iſt und die Frucht ſo⸗ wohl bei anhaltender Näſſe wie auch bei längerem Regenmangel ſehr leicht und oft Schaden leidet, zumal da bei der kurzen Vegetationsperiode der Sommerfrücht, namentlich der Gerſte ein öfterer Wechſel zwiſchen Sonnenſchein und Regen nöthig iſt.

2. Die mangelhafte Melioration, hauptſächlich in Bezug auf Ent⸗ und Be⸗ wäſſerung, Pflege und Düngung der Wieſen. Die Grundſtücke ſind nicht zerſplittert, ſondern meiſtens von beträchtlicher Größe, jedoch mitunter von unregelmäßiger Form und, in Folge von unzweckmäßig angelegten und nicht gut, manchmal ſchlecht unter⸗ haltenen Feldwegen für Fuhrwerke ſchwer zugänglich.

3. Die beſonders in den 1870er Jahren zu hohen Güterpreiſe gegenüber der Ertragsfähigkeit der Grundſtücke.

4. Der mangelhafte landwirthſchaftliche Betrieb. Während des langen Winters, gewöhnlich in der Zeit vom 1. November bis Anfangs April kann keine Bodenbe⸗ arbeitung, überhaupt wenig Feldarbeit vorgenommen werden; dann häufen ſich die Arbeiten und bei ungünſtiger Witterung können oft die Aecker nicht genügend vorbe⸗ reitet und die Saat nicht rechtzeitig ausgeſtellt werden; noch öfter kommt es vor, daß die Frucht ſpät reift und dann durch die Witterung Schaden leidet.

5. Das zu große Gebäudecapital.

6. Die ungünſtigen Abſatzverhältniſſe. Bei dem Mangel an in der Nähe liegender größerer Städte und induſtrieller Betriebe, ſowie der entfernten Lage von der Bahn können einestheils die landwirthſchaftlichen Producte nur zu ſehr