Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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ſind, die Preiſe hoch gehalten werden. Wenn auch dieſes Geld der Geſammtheit wieder zufließt, ſo iſt doch das bezeichnete Verhältniß keineswegs dazu angethan, die Viehzucht weiter auszudehnen.*

Das Rindvieh, meiſt Simmenthaler Kreuzung, zum größten Theile den voll⸗ ſtändigen Typus der Simmenthaler zeigend, wird im ganzen nicht ſchlecht gehalten und zeigt recht gefällige Formen. Von einer intenſiven Fütterung kann indeſſen nicht die Rede ſein; Kraftfutter wird faſt gar nicht zugekauft. Hier liegt ein großer Mangel im Betriebe. Ganz beträchtliche Mengen von Milch werden in der Haushaltung ſo neben⸗ bei verbraucht und der Reſt wird in der allerprimitivſten Weiſe auf Butter verarbeitet. Die Magermilch wird zum Theil verfüttert, zum Theil gegeſſen, zum kleinen Theile auf Handkäſe und Matte für die Familie verarbeitet. Baares Geld geht nur für einige Pfund Butter ein.

Neben der Rindviehzucht hat die Schweinezucht immerhin einige Bedeutung. Es wird hauptſächlich Ferkelzucht getrieben, nur nebenbei mäſtet man zum Verkauf. Die Thiere werden tagtäglich auf die Weide getrieben, obwohl dort Futter nur in ein⸗ zelnen Jahren zu finden iſt. Man hat im ganzen große Antipathie gegen die eng⸗ liſchen Raſſen, wenn auch einzelne Kreuzungsproducte in der Herde zu ſehen ſind. Ein Gemeindeeber engliſcher Raſſe mußte auf Wunſch der Schweinezüchter wieder ab⸗ geſchafft werden. Die vorhandenen Eber bekundeten, daß man auf ihre Auswahl keine beſondere Sorgfalt verwendet. Das gute Ausſehen der Zuchtſauen läßt auf eine ordentliche Haltung und Ernährung ſchließen. Wenn man zur Stallhaltung über⸗ ginge und engliſches reſp. amerikaniſches Blut einmiſchte, würde man mehr Nutzen aus der Ferkelzucht und beſonders aus der Maſt ziehen können. Letzteres iſt indeſſen auch in nächſter Zeit zu erwarten, da das engliſche Blut ſich in der Wetterau ſo aus⸗ breitet, daß es in einigen Jahren die Ueberhand bekommen muß.

Beſondere Unterſchiede im Wirthſchaftsbetriebe der bäuerlichen Güter wurden nicht beobachtet.

Frage II.

a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung?

b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten?

c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B.

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