Teil eines Werkes 
Band 2, Zweiter Theil (1886)
Entstehung
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Stehen letztere u. A. mit einer ſehr weit gehenden Parcellirung der Grundſtücke und dem herrſchenden Flurzwang im Zuſammenhang?

a. Der Ackerboden am rechten Nidda⸗Ufer beſteht aus Schwemmlehm. Die Tiefe der Ackerkrume beträgt durchſchnittlich 40 Centimeter, der dann folgende Unter⸗ grund hat bis 1 Meter Tiefe ungefähr gleiche Beſchaffenheit wie die Ackerkrume, dann folgt ſandiger Lehm und Sand; nur die Kuppen ſind flachgrundig.

Der Boden der an beiden Nidda⸗lUfern ſich hinziehenden Wieſen iſt ſandiger Lehm, ſtellenweiſe etwas moorig. Am linken Nidda⸗Ufer findet ſich nur noch in der Nähe des Dorfes Schwemmlehm, weiterhin ſteigt das Terrain ziemlich bedeutend und iſt dort der Boden Verwitterungsboden des Baſalts und Melaphyrs von recht wechſelnder Tiefgrundigkeit. Stellenweiſe iſt der Oberboden nur 20 Centimeter tief, darauf folgen die Geſteinstrümmer des Baſalts.

Die Süd⸗ und Südoſtſeite der Gemarkung iſt von Höhenzügen und Wald um⸗ geben, von anderen Seiten hat die Gemarkung keinen Schutz. Das Clima iſt in Folge deſſen weniger günſtig, als in manchen anderen Orten der Wetterau, beſonders ſchaden Spätfröſte häufig, ſo daß z. B. reiche Obſternten ſehr ſelten ſind. Die Wieſen und ein Theil der Ländereien liegen ſo niedrig, daß ſie bei Hochwaſſer ſehr leicht überſchwemmt werden können.

Die Fruchtbarkeit des größten Theils der Ländereien muß als günſtig bezeichnet werden, nur ein Theil des Verwitterungsbodens hat eine mittlere und ſtellenweiſe eine geringe Fruchtbarkeit.

b. Von der kleinen Fläche Gartenland abgeſehen, gibt es in Nieder⸗Florſtadt nur 2 Arten Culturland, Acker und Wieſe. Dieſelben verhalten ſich wie 3,1:1, welches Verhältniß, da zudem die Grasnarbe im allgemeinen eine gute iſt und die Wieſen im Winter überſtaut werden, als ein günſtiges bezeichnet werden kann.

c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte ſind Weizen(ca. 100 Hectar), Gerſte (90 Hectar), Hafer(60 Hectar) und Roggen(40 Hectar); von den Hackfrüchten: Kartoffeln(80 Hectar), Dickwurz(40 Hectar) und in den letzten 2 Jahren auch Zuckerrüben(20 Hectar), außerdem Klee(55 Hectar) und Wieſenheu. Von dieſen werden Roggen, Dickwurz und Klee vollſtändig in der Wirthſchaft verbraucht, Gerſte, Hafer, Kartoffeln und Wieſenheu theilweiſe, dagegen Weizen und Zuckerrüben voll⸗ ſtändig verkauft. Der Obſtbau iſt ſo zurücktretend, daß die Geſammtdurchſchnitts⸗ ernte der letzten 4 Jahre(nach dem Froſtwinter) nur 420 Centner betragen hat. Auch in den 4 letzten Jahren vor dem Froſtwinter(187618709) ſtellte ſich der jährliche Durchſchnittsertrag nur auf 1400 Centner.

Auf dem Gebiete der Viehhaltung macht ſich beſonders die Aufzucht des Rindes und die Ferkelzucht geltend. Am liebſten verkauft man junge Kühe nach dem zweiten Kalben, während die Ferkel meiſtens im Alter von 6 bis 8 Wochen abgegeben werden. Maſt tritt ſehr zurück. Die Milchproduction iſt, mit Ausnahme einiger größerer Wirthſchaften, verhältnißmäßig gering. Die Milch

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