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c. Gibt es Landwirthe in der Gemeinde, die mit Rückſicht auf den Umfang und die Rentabilität ihres landwirthſchaftlichen Betriebes an ſich auf Nebenverdienſt und Tagelöhnerarbeit angewieſen wären, ſolche Arbeiten aber aus Standesvorurtheil, Trägheit ꝛc. nicht ausführen?
a. Die Taglöhne berechnen ſich durchſchnittlich pro Tag für
einen Mann 1 Mk. bis 1 Mk 20 Pf.. eine Frau 70 bis 80 Pf. unit Koſt, die Beköſtigung veranſchlagt man zu 60 bis 70 Pf. An Geſinde werden bezahlt für einen Knecht 120 bis 180 Mk., eine Magd 90„ 120„ nebſt ein Paar Schuhen und Zeug zu Hemden. Die Koft ſtellt ſich für einen Knecht auf ca. 250 Mk., für eine Magd 200 Mk.
Die Ortsbevölkerung genügt vollſtändig zur Bewältigung der landwirthſchaft⸗ lichen Arbeiten.
b. Der größere Theil der Bevölkerung, von den 103 Beſitzern über ½ Hectar (64), betreibt ein Gewerbe, wie Schuhmacherei mit Handel nach auswärts, Honig⸗ und Butterhandel und andere Gewerbe; auch durch Arbeiten im Steinbruch und Wald iſt Gelegenheit zu Nebenverdienſt geboten; doch ſind dieſe von keinem weſentlichen Einfluß auf die Wohlhabenheit der Bevölkerung.
c. Es gibt einzelne Landwirthe, die, ihres mangelnden Einkommens aus ihrem landwirthſchaftlichen Betriebe ſich bewußt, ihren Rückgang vor Augen ſehen und doch ſich keinen Nebenverdienſt ſuchen und ihre freie Zeit nicht richtig auszunutzen verſtehen.
Frage VIII.
a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt?
b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen?
c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt?
d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen,


