— 6—
Dieſe zu hohen Preiſe haben ihren Grund in der ſtets regen Nachfrage von Seiten der zahlreichen kleineren Beſitzer und Gewerbetreibenden. Es wurden ſchon 11000 Mk. für Wieſen 1. Claſſe bezahlt und 4000 Mk. für Ackerland 2—3 Claſſe, hiergegen auch 711 Mk. für dieſelbe Qualität.
b. Die Preiſe ſind in den letzten Jahren etwas gefallen.
c. Ein ſtarker Umſatz in Liegenſchaften findet nicht ſtatt, wenn auch die Nach⸗ frage bei den vielen kleinen Gewerbetreibenden ſtets zum Ankauf und Pachten rege iſt.
Frage IV.
a. Nehmen die Pachtgüter einen erheblichen Umfang ein und ſtehen die Pachtpreiſe im richtigen Verhältniß zu dem Kaufpreiſe der Ländereien einerſeits und zur Ausnutzungsfähigkeit derſelben andererſeits, eventuell welche Urſachen wirken ſteigernd auf die Pachtpreiſe ein?
b. Welche Beſtimmungen gelten insbeſondere in Betreff der Dauer der Pacht, der Bezahlung der Steuern ꝛc., der Verſicherungsprämien, ſowie in Betreff vorzunehmender Meliorationen und etwaiger Pachtnach⸗ läſſe bei elementaren Unglücksfällen bei fiskaliſchem, ſtandesherrlichem und privatem Grundbeſitz?
c. Wirken die üblichen ſonſtigen Pachtbedingungen beſonders er⸗ ſchwerend für die Pächter oder nicht?
a, b und c. Verpachtet werden nur in kleineren Parcellen 60 Morgen Kirchen⸗ güter und ca. 30 Morgen herrſchaftliche Aecker, gewöhnlich auf 6 bis 15 Jahre und werden dafür 5 pCt. und mehr der angeführten Kaufpreiſe als Pacht bezahlt. Be⸗
ſondere Pachtbedingungen ſind nicht vorhanden oder erwähnenswerth.
Frage V.
a. In welcher Weiſe pflegen die Landwirthe ihre Mobilien und Producte gegen Feuer, ihre Früchte gegen Hagel und ihren Viehſtand gegen Unfall zu verſichern?
b. Hat die Lebens⸗, Alters⸗ und Renten⸗Verſicherung Eingang in der Gemeinde gefunden, event. in welcher Weiſe und welchem Umfange?
a. Der größere Theil der Landwirthe hat ſein Mobiliar und ſeine Producte bei einer Feuerverſicherungs⸗Geſellſchaft verſichert; Hagelverſicherung findet nicht ſtatt, ebenſo ſind die Pferde nicht verſichert. Für das Rindvieh beſteht eine Ortsverſiche⸗ rungskaſſe, die aber den Beitritt der größeren Viehbeſitzer leider entbehrt. Zu der⸗ ſelben gehören 66 Beſitzer mit 140 Stück Rindvieh im Werthe von 31904 Mk. Der Verſicherungswerth wird durch jährlich dreimal ſtattfindende Abſchätzung feſtgeſetzt.


