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ſind Thalwieſen(im Thale der Eſchbach) die zwar bewäſſerbar ſind, aber thatſächlich zum großen Theil nicht bewäſſert werden. Das Verhältniß des Ackerlandes zur Wieſen⸗ fläche iſt wie 10,5: 1. Es iſt dies Verhältniß als ein nicht ganz günſtiges zu be⸗ zeichnen, um ſo mehr, als das Ackerland z. Z. noch faſt allgemein nach der Drei⸗ felderwirthſchaft bewirthſchaftet wird. Einestheils muß es der außergewöhnlich hohen Fruchtbarkeit der Ackerländereien zugeſchrieben werden, daß die Erträge, trotzdem ein Erſatz der Nährſtoffe nicht vollſtändig ſtattfindet, nicht zurückgegangen ſind. Die günſtigen Abſatzverhältniſſe für thieriſche Producte, ſpeciell der Milch, haben den Zu⸗ kauf von Kraftfuttermitteln ſehr begünſtigt, ſo daß das für jede Wirthſchaft nöthige Gleichgewicht im Erſatz der Pflanzennährſtoffe trotz der Dreifelderwirthſchaft nicht beſonders geſtört wurde.
c. Die Producte der Landwirthſchaft in Nieder⸗Eſchbach ergeben ſich zum Theil
aus der Fruchtfolge. Dieſelbe iſt folgende: 1. Weizen, 2. Roggen,% Hafer,%⅞ Gerſte, 3. Kartoffeln, Klee, ½ Runkeln, Raps, Zuckerrüben ꝛc.
Wenn auch Abweichungen hiervon häufig vorkommen, ſo geht aus der Fruchtfolge doch hervor, daß der Weizenbau im Mittelpunkt der ganzen landwirthſchaftlichen Produc⸗ tion ſteht. In faſt allen Eſchbacher Wirthſchaften muß der Weizenverkauf ⅛ bis 1½ der ganzen Jahreseinnahme ergeben, während der Verkauf der andern Getreidearten von nur untergeordneter Bedeutung iſt. Nur Raps wird in faſt allen Wirthſchaften, wenn auch in geringer Menge, zum Verkauf gebracht und in neuerer Zeit, ſeit Beſtehen der Friedberger Zuckerfabrik, von einer Anzahl Wirthſchaften Zuckerrüben.
Die Viehzucht liefert hauptſächlich Milch. Es ergiebt ſich dies ſchon aus dem Viehſtand, welcher 182 Kühe und nur 50 Stück Kälber und Jungvieh aufweiſt. Die Milch wird für das nahe Frankfurt zu 13 bis 14 Pf. pro Liter aus dem Hauſe abgeholt. Die Schweinehaltung bezweckt mehr die Maſt und zwar dient dieſe mehr der Production von Fleiſch zum eigenen Bedarf, als wie zum Verkauf.
d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt in Nieder⸗Eſchbach auf dem beſten Wege ſich den hohen Forderungen der Zeitverhältniſſe in Bezug auf Intelligenz und Capital anzupaſſen. Hauptſächlich gehen in dieſer Beziehung die drei größeren Güter mit gutem Beiſpiel voran und kann es nur eine Frage der Zeit ſein, daß der landwirth⸗ ſchaftliche Betrieb als ein nach jeder Richtung hin rationeller bezeichnet werden kann.
In der Gemarkung iſt Ende der 60er Jahre conſolidirt worden. Die Koſten dieſer Melioration ſind in Folge der damit verbundenen Wehranlage und Bachregu⸗ lirung hohe geweſen, trotzdem iſt die Ausführung eine mangelhafte. Hauptſächlich iſt an derſelben zu tadeln, daß eine nicht genügende Grundſtückszuſammenlegung damit verbunden worden iſt, denn im Durchſchnitt fallen noch beinahe 5 Pareellen auf den Hectar. Immerhin hat ſich der günſtige Einfluß dieſer Melioration in der Weiſe bemerkbar gemacht, daß die Bearbeitung des Bodens eine beſſere, die Anwendung von beſſeren Geräthen und Maſchinen eine allgemeinere, die Reinigung von Unkraut weiter vorangeſchritten iſt ꝛc., und daß in Folge deſſen die Durchſchnittserträge höhere ge⸗
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