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Ansichten von Giessen und seiner Nachbarschaft / nach Originalzeichnungen von F. Heinzerling, in Stahl gestochen von J. J. Tanner, nebst einem beschreibenden Texte von Ph. Dieffenbach
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wird mit um so grösserer Aufmerksamkeit unser schönes Bild betrachten; es ist als wenn der Genius des Verstorbenen über dasselbe einen Zauber gehaucht hätte.

Wir bitten den Wanderer, noch ein Paar Schritte jenseits der Obermühle zu gehen; an der Ecke des Waldes hat er einen freund- lichen Blick nach dem Städtchen Königsberg, welches auf der nahe- gelegenen Höhe liegt.

8. Die Hardt.

Im Nordwesten von Giessen erhebt sich ziemlich steil der Boden auf etliche hundert Fuss und bildet eine Hochebene, welche den Namen Hardt führt. Früher schon waren hier und da an ihrer sonnigen Böschung einzelne Gartenanlagen gemacht, auch Gartenhäuser erbaut worden, u. A., wenn wir nicht irren, von dem seiner Zeit be- rühmten Professor Hetzel; sie waren aber nicht von langer Dauer. Vor etwa 30 Jahren errichtete der damalige Criminalsekretär Franz unweit der preussischen Grenze ein Gebäude, das zwar eine grosse Aussicht gewährte, aber anfänglich ziemlich kahl dastand und schwer- lich damals sich bedeutend rentiren mochte. Unter dem nachmaligen Besitzer fing es an, mehr Aussehen zu erhalten und wurde auch nach- gerade immer besuchter. Jetzt sieht man dem Bilde, das uns hier gegeben wird, gar nicht mehr an, dass noch vor einem Menschenalter hier Alles kahl und zum Theil steinig und unfruchtbar war. Der Hardthof wird während des Sommers oft besucht; seine freie und hohe Lage gewährt fast nach allen Seiten hin eine reiche Aussicht.

Etwas weiter nach Heuchelheim hin wurde vor etwa 6 Jahren von dem Bierbrauer Heyer an dem Hardtberge eine Brauerei angelegt, und wenige Schritte davon ein Wirthshausgebäude errichtet, das während des Sommers ebenfalls stark besucht wird. Auch hier geniesst man eine weite Aussicht. 6

9. Der Vetzberg, Gleiberg und die sieben Hügel.

Wir haben den Besuch der beiden alten Bergschlösser Vetzberg und Gleiberg, welche zur Verschönerung der Umgebungen Giessens so wesentlich beitragen, bis zuletzt aufschieben zu müssen geglaubt. Um