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Ansichten von Giessen und seiner Nachbarschaft / nach Originalzeichnungen von F. Heinzerling, in Stahl gestochen von J. J. Tanner, nebst einem beschreibenden Texte von Ph. Dieffenbach
Entstehung
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Was das Kirchenwesen betrifft, so ist Giessen der Sitz eines Pro- vinzial-Superintendenten. Die Stadt besitzt zwei protestantische und einen katholischen Geistlichen. Die Israeliten haben einen Rabbiner, welcher die Rabbinatsgeschäfte beinahe der ganzen Provinz besorgt.

Gegenwärtig besteht der Stadtvorstand aus 1 Bürgermeister, 2 Bei- geordneten und 12 Gemeinderathsmitgliedern.

Die polizeilichen Geschäfte besorgt ein Polizeicommissär.

Aus allem diesem ergibt sich, wie gross die Zahl der in Giessen lebenden Beamten und Angestellten sein muss.

4. Bevölkerung.

Nach Inhalt der amtlichen, im Dorfbuche von 1577 befindlichen Angaben hatte die Stadt und Festung Giessen an sogenannten Haus- gesessensampt deren von Schwalbach, Rodenhausen, Riedesell zu Bel- lersheim, Schenken zu Schueinsperck, Dernbach, Busseck genannt Münch, Sehlaun von Linden und dero Sahlfelth Burgksitzen zusammen 605. Im Jahr 1630 ist die Zahl der Bürger zu 636 Hausgesessen angegeben, worunter 313 Mannspersonen über 30 Jahren, 178 unter 30 Jahren, 121 Wittwen und 116 Vormundschaften. Nimmt man die Hausgesessen als gleichbedeutend mit Familien und rechnet dieselben durchschnittlich zu 5 Personen, so ergibt sich eine Bevölkerung von 3025 Scelen im Jahr 1577, und eine solche von 3180 im Jahr 1630. Zugleich ergeben sich aus Obigem die Burgmannen von Giessen im Jahr 1577. Dagegen wohnten 1630 in Giessen: Adam Arnold von Oyenhausen mit 5 Söhnen und 4 Töchtern, Johann Melchior von Schwalbach mit 1 Tochter, letzterer war jedoch in sächsischen Diensten, und Friedrich von Schwal- bach, Johann Curths Sohn, mit 4 Schwestern.*)

*) Heinr. Reinhard von Buseck mit 2 Söhnen und 1 Tochter wohnte zu Grossen- linden, Konr. Adam v. Rodenhausen mit 1 Sohn und 1 Tochter zu Daubringen, Magnus Eberh. Rud. v. Rodenhausen mit 1 Sohne, ebendaselbst, Gebhard Schlaun v. Linden mit 2 Töchtern bei seinem Tochtermann, Joh. Wolf v. Weitolshausen, gen. Schrauten- bach, mit 1 Sohn und 2 Töchtern, sowie Casp. Reinhard v. Weitolshausen, gen. Schrautenbach, mit 2 Söhnen und 2 Töchtern zu Badenburg, Hans Phil. Lesch v. Mühlheim der Keltere mit 1 Tochter auf der Schmitten bei Rodheim, und Hans Phil. Lesch v. Mühlheim der Jüngere zu Rodheim.