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Dagegen sind die schon damals bekannten Gasthäuser zum Einhorn und zum Kappen auch jetzt noch die renommirtesten in der Stadt.
Bevor wir die alte Stadt verlassen, werden wir noch einen Blick nach der auf den Fundamenten des ehemaligen Universitätsgebäudes, oder, wie man es nannte, des Collegienhauses neu errichteten Aula wenden, in welcher gegenwärtig die Vorlesungen gehalten werden*). Hinter diesem Gebäude befindet sich der botanische Garten, der einen Raum von mehr als 10 Morgen einnimmt, und in dessen Innerm der Freund und Kenner der Pflanzenkunde eine Menge mehr oder minder seltener Gewächse finden wird. Für die zarteren exotischen Pflanzen sind besondere Gewächshäuser errichtet. Wenn der Fremde diesen Garten besucht, möge er nicht versäumen, das dem als Gelehrten und Menschen gleich ausgezeichneten Friedrich Ludoig Walther(gestorben im Jahr 1824) errichtete Denkmal zu besuchen**).
Schliesslich wollen wir hier noch andeuten, dass an diesen botani- schen Garten das Entbindungshaus mit seinen Umgebungen, der Amts- wohnung des Direktors des Entbindungs-Instituts etc. stösst. Das erst- genannte Gebäude ist dem Aeussern nach keineswegs schön zu nennen; in wie weit das Innere den Bedürfnissen der Anstalt entspricht, ver- mögen wir nicht anzugeben; wir wissen nur im Allgemeinen, dass die Anstalt einem längst gefühlten Bedürfniss abhalf und manches Gute stiftete, wenn wir nur allein die Ausbildung der Hebammen hier ins Auge fassen.
Das neue Giessen.
Im alten Giessen war Alles auf den engen Raum zwischen den Wällen zusammengedrängt***); desto behaglicher dehnt sich das neue Giessen in seiner Länge von Südwest nach Nordost aus, so dass, wer von dem Koch'schen Hause auf dem Selzersberg nach dem Pfauen zu gehen Lust hat, wohl eine halbe Stunde unterweges zubringen kann. Wollen wir nun dem geneigten Leser ein Bild von diesem neuen Giessen
*) Vor Errichtung der Aula hielten in der Regel die Professoren ihre Vorlesungen in ihren Wohnungen.
**) Er hat sich unter anderm auch um den botanischen Garten sehr verdient ge- macht. Wir glauben hier beifügen zu müssen, dass diese Gartenanlage eine der ersten ist, deren sich Hochschulen zu erfreuen haben, und schon im Jahr 1609 entstand.
***) In seiner grössten Ausdehnung vom ersten Haus am Selzerthor bis zum letz- ten am Wallthore waren's kaum 1100 Schritte.


