„Antworte nicht mit überlauter, frecher Stimme, sondern be- scheiden, und von müßigen Spöttern entferne dich schweigend, denn das Spotten führt zu Unanständigkeiten und diese zur Un- zucht. Stelle auch niemanden zur Rede, von dem du überzeugt bist, daß er dir nicht wirklich Gehör gibt oder daß er dadurch
zu Haß und Rache verleitet werden könnte.“
„Sei still, wenn man dich schmäht, und dulde nicht, daß deine Schüler und Hausgenossen mit Schimpf und Schlägen dem- jenigen begegnen, der dich beleidigt hat.“
„Wer beleidigt und geschmäht ist, aber gleichwohl taub und stumm bleibt, Anwürfe nicht anhört und nicht mit Beleidigun- gen antwortet, der ist ein Frommer, und einst werden seine Au- gen strahlen, und er wird im Jenseits unter denen weilen, die der Gottesnähe würdig sind.“
„Sei nicht überfromm, denn gerade das verführt zu ungesetz- lichem Handeln.“
„Merke dir besonders dies: Man soll seinem Schöpfer nicht in der Absicht dienen, einst des Paradieses teilhaflig zu werden, son- dern rein nur aus Liebe zu ihm und zu der Pflichterfüllung, die er geboten hat.“
„Die Wurzel der Frömmigkeit ist die Gottesfurcht. Nicht etwa in dem Sinne, daß die Furcht vor der göttlichen Strafe den Men- schen zur Frömmigkeit anhalte oder die Furcht vor dem etwaigen Verlust der Freuden des Diesseits und des Jenseits, sondern die Furcht, man könne an seinem sittlichen Sein Schaden nehmen, indem man nicht mit ganzer Hingebung im göttlichen Willen aufgeht, und zwar gemäß dem Worte: ‚Ganz sollst du sein mit Gott‘, nämlich in der liebenden Hingabe an ihn. Der so fürch- tet, der allein darf ‚gottesfürchtig‘ genannt werden.“
„Ist ein Reicher und ein Armer krank und du siehst, daß die Leute den Reichen besuchen, so gehe zu dem Armen, selbst wenn er kein Gelehrter ist. Dort aber, wo ein Gelehrter Almosen und wo ein Armer Ehre bedarf, geht jener vor, es sei denn, daß der arme Ungelehrte wirklich gottesfürchtig ist, jener aber nicht. Dann gib der Gottesfurcht die Ehre. Auch verbinde dich lieber mit einem freigebigen Ungelehrten als mit einem geizigen Ge- lehrten.“
„An dem Vermögen derer, welche ihre Arbeiter drücken, gestoh- lene Sachen kaufen und überflüssige Verzierungen als Hausgerät
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„Kanns so nımr sien vo Geld vi Maß m ist kein dern m darum Worten kann, ı komme Vögel, Mensch aber gl bleibt.‘
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