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EINLEITUNG
Der Verfasser dieser Schrift hat während eines langen Lebens besonders reiche Gelegenheit gehabt, mit dem deutschen, dem slawischen und dem amerikanischen Judentum in persönlicher Freundschaft verbunden zu sein und in kultureller Arbeitsge- meinschaft zusammenzuwirken. Der gegen Ende des letzten Jahrhunderts immer stärker ausbrechende Antisemitismus trat dann in so grellen Widerspruch zu all der Freundschaft, die den Verfasser mit dem Judentum verband, und zu all der Bewun- derung, die er für die ethische Lebensleistung des jüdischen Vol- kes empfand, daß er das nationalistische Verbrechen am jüdischen Volke nicht miterleben konnte, ohne den Vorsatz zu fassen, dem gesamten antisemitischen Treiben in Vergangenheit und Gegen- wart sein Bekenntnis zum unvergleichlichen Werte des jüdischen Genius unzweideutig und anschaulich gegenüberzustellen. Man hat zwar mit Recht gewisse tapfere Christen in Deutschland ge- priesen, weil sie der nationalsozialistischen Diktatur offenen Widerstand zu leisten wagten. Doch das, was sie angriffen, war oft nur Hitlers Kirchenpolitik, aber selten seine Außenpolitik. Und genauso meinen viele heutige Juden, sie hätten zwar ein religiöses Erbgut zu verteidigen, aber das sei nur eine geistige Tradition und sei daher nur dazu da, inmitten einer materiali- sierten Welt der tröstenden Wirklichkeit Gottes zu gedenken. Es kommt ihnen nicht zum Bewußtsein, daß gerade sie— und heu- te mehr als je— dazu berufen sind, ein beiseite geschobenes Patrimonium von neuem in den Mittelpunkt ihres Lebens und ihres politischen Strebens zu stellen, ein Patrimonium, das sie allein fähig machen kann, ihrer gesamten Weltmission wirklich gerecht zu werden— nämlich die von der Gesetzgebung ihres Schöpfers abgefallene Menschheit zu dem ewig gültigen ethi- schen Testament zurückzurufen, in dem die Grundbedingungen für alle wirkliche Ordnung der weltlichen Dinge gegeben sind. Wie unvergleichlich ernst das jüdische Volk Jahrtausende hin- durch diese göttliche Verpflichtung genommen hat, das wird durch
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