Am Grabe Theodor Herzls Ar
Weit über das Land bis zu den Bergen von Judäa geht der Blick vom Herzl-Berg in Jerusalem. Umgeben von Gefallenen des Unabhängigkeits- krieges ruht hier seit 1949 Theodor Herzl, der Begründer des politischen Zionismus. Herzl, am 3. Mai vor hundert Jahren in Budapest geboren, starb 1904, als sein Projekt eines jüdischen Staates noch als Illusion erschien. Der Feuilletonredakteur Herzl war von der„Neuen Freien Presse“ in Wien zum Dreyfus-Prozeß nach Paris geschickt worden. Unter dem Eindruck des dort Erlebten verfaßte er 1896 die Schrift„Der Judenstaat“, in der er den Hoffnungen der über die Welt verstreut lebenden Juden auf eine Rückkehr in die biblische Heimat Ausdruck gab. Aus der uralten Zionssehnsucht formte er eine politische Ideologie. Ein Jahr später übernahm der Basler Zionistenkongreß Herzls Ge- danken als Programm. Herzl war um die Jahr- hundertwende einmal in Palästina und schrieb — außer Theaterstücken und einem Buch über den französischen Parlamentarismus seiner Zeit— einen utopischen Roman„Alt-Neuland“. Unter dem Motto„Wenn Ihr wollt, ist es kein. Märchen“ nahm er darin die Existenz des jüdischen Staates vorweg. Als er ein Jahr nach der Staatsgründung im Angesicht Zions zur endgültigen Ruhe gebettet wurde, erfüllten seine politischen Schüler und Erben den im Testament geäußerten Wunsch, nur so lange in österreichischer Erde zu liegen,„bis das jüdische Volk meinen Leichnam nach Jerusalem überführt“. Foto: F. A. Wagner
a
ge EL Inn ur So
our Hrnam! wor mm 2 a9


