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Mitleidenschaft. Es ist einmal so, daß man das Verbrechen auch nur eines Juden zu einem Verbrechen aller Juden macht. Dar- um ist der Betrug gegen einen Nichtjuden ein Verbrechen an der ganzen Judenschafl.“
„Wenn zwischen Juden und Nichtjuden ein Vertrag zu gegen- seitigem Beistand abgeschlossen worden ist, so müssen erstere Beistand leisten, wenn letztere wirklich ihrer Verpflichtung nach- kommen.“
„Will ein Jude einen Nichtjuden töten, dieser aber nicht jenen, so müssen wir dem Nichtjuden beistehen.“
„Im Verkehr mit Nichtjuden befleißige dich derselben Redlich- keit wie mit Juden. Mache den Nichtjuden auf sein Versehen aufmerksam. Besser, du lebst von Almosen, als daß du— zur Schmach des Judentums und des jüdischen Namens— mit frem- dem Gelde davonläufst.“
„Holt sich ein Nichtjude bei dir Rat, so sage ihm, wer an dem Orte, wo er Hilfe erwartet, redlich redet und handelt— und wer ein Betrüger ıst.“
„Siehst du einen fremden Glaubensgenossen eine Sünde begehen, so bintertreibe sie, wenn du die Macht dazu hast, und der Pro- phet Jona sei hierin dein Vorbild.“
„Wer brav ist, der heirate lieber eine Proselytin, die so guter Gesinnung ist wie er: bescheiden, wohltätig und ehrlich im Ge- schäft— als daß er ein Mädchen aus einer jüdischen Familie hei- rate, in der diese Tugenden nicht heimisch sind.“
„Nimm keine Verleumdung willig auf, sondern suche vielmehr, dem ins Gewissen zu reden, der sich bei dir über einen Dritten beschwert. Sprichst du von jemandem, so erzähle Gutes von ihm, jedoch nicht in Gegenwart seiner Feinde, die hieraus eine Veranlassung nehmen würden, sich über seine Fehler auszulassen. Lobe auch nicht einen Reichen vor einem Reichen, einen Schrei- ber vor einem Schreiber, überhaupt niemanden vor dessen Mit- bewerbern. Nur den Gottesfürchtigen magst du vor einem Got- tesfürchtigen loben.“
„Man solle sich davor hüten, verächtlich von einem Menschen zu reden oder ihn zu verspotten, wer immer er auch sein möge. Ist es aber geschehen, so soll man sich beeilen, ihn zu versöhnen.“
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9 Foerster, Jüdische Frage


