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heit aber dessen notwendiger Ergänzung dient und das im Grund nichts anderes tut, als im Gehorsam gegenüber den obersten gei- stigen Orientierungen des Talmuds die innerlichste Anwendung durchzudenken und durchzuführen. Diese einfache psychologi- sche Feststellung soll uns nun begleiten, wenn wir im folgenden dazu übergehen— ohne jede Stellungnahme zum Ganzen der Chassidim-Bewegung—, dem Leser eine Reihe von besonders charakteristischen Aussprüchen vorzuführen, die wir im„Buch der Frommen“ des Jehuda ben Samuel gefunden haben. Doch wollen wir, rückblickend auf das vorangehend Gesagte, noch- mals betonen, daß im Talmud in seiner Eigenart und in seiner Anwendung auf das jüdische Leben doch zweifellos eine hohe Ehrfurcht der Juden vor der unsichtbaren Welt und ein wahr- haft ehrliches metaphysisches Bedürfnis erkennbar wird, woran wir uns stets erinnern wollen, wenn etwa christliche Kritiker in zu verallgemeinernder Weise die„christliche Geistigkeit“ gegen einen sogenannten„jüdischen Materialismus“ ausspielen wollen.
Das„Buch der Frommen“ und der„Chassidismus“
Es ist nicht unsere Aufgabe, hier auf die so wohlbekannten histo- rischen Fakten der Chassidim-Bewegung und ihre theologischen Kundgebungen einzugehen und auch nicht im einzelnen auf die zweifellos hochstehenden literarischen Erzeugnisse hervorragen- der Vertreter dieser Bewegung zurückzukommen. Es sei daher nur im Sinne des oben Gesagten kurz auf die hervorragende Stellung hingewiesen, welche das„Buch der Frommen“ des Je- huda Hachassid unter den sogenannten„Mussarschriften“ ein- nimmt und wo, wie es dem Verfasser erscheinen will, eine Kon- frontierung mit den Texten des Talmuds einen Beitrag zur Lösung der jüdischen Frage leisten kann. Wir geben zunächst die folgenden Auszüge:
Einleitung des Jehuda Hachassid zu seinem„Buch der Frommen“! „Dieses Buch heißt ‚Buch der Frommen‘. Es ist geschrieben für die, die Gott fürchten und seinen Namen ehren. Denn der
I Die Zitate aus dem„Buch der Frommen“ sind zwei in deutscher Sprache herausgegebenen Schriften entnommen: 1. Sulzbach, Die Ethik des Judentums(Frankfurt 1923); 2. Zunz, Geschichte der poetischen, kabbalistischen und neuzeitlichen Literatur der Juden, hrsg. von J. Winter und A. Wünsche(Trier 1896), S. 631 ff.
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