Druckschrift 
Die jüdische Frage : vom Mysterium Israels / Friedrich Wilhelm Foerster
Seite
126
Einzelbild herunterladen

widmeten. Denn jeder Rabbi flößte Ehrfurcht ein, weil er sich mit geistigen und nicht mit weltlichen Dingen abgab, weil er ein Fackelträger der religiösen Wahrheit war. So schreibt Maimoni- des in seiner obenerwähnten Lebensgeschichte:Reichtum, kör- perliche Vorzüge und Talente aller Art haben bei den Juden zwar ihren Wert und werden verhältnismäßig hochgeschätzt, nichts aber geht bei ihnen über die Würde eines guten Talmudi- sten, der den ersten Anspruch auf alle Amter und Ehrenstellen der Gemeinde hat. Von welchem Alter und von welchem Stamme er auch sein mag, alle stehen ehrerbietigst vor ihm auf, und es wird ihm überall der beste Platz eingeräumt. Er ist Gewissens- rat, Gesetzgeber und Richter für den gemeinen Mann. Wer da- her einem solchen Gelehrten nicht ehrerbietig genug begegnet, der ist nach dem Ausspruch der Talmudistenin alle Ewigkeit verdammt. Hieß es doch schon immer bei den alten Juden, daß man sich beim Anblick eines Weisen erheben und sich nicht eher niedersetzen solle, als bis er aus dem Gesichtskreis entschwun- den sei.

Die gleiche jüdische Tendenz, in der Rangordnung aller Dinge stets dem Geistigen den obersten Platz zu reservieren, erinnert uns auch an die Wegweisung, die Maimonides von seinem Vater erhielt, als dieser den Kommentar des Talmuds zur Geschichte von Jakob und Esau dahin erklärt hat, daß Esau die Güter des irdischen Daseins, Jakob aber die eines Gott geweihten Lebens erwählt habe, weshalb denn auch die Juden, die von Jakob ab- stammen, zeitliche Güter nicht überschätzen dürften. Ein jüdi- scher Kaufmann des neunzehnten Jahrhunderts sagte in diesem Sinn, daß für ihn derjenige, der nichts gelernt und nichts studiert habe, nur ein gewöhnlicher Mann sei, mag er auch sonst der beste Mensch sein. Dies kommt auch schon imNizzaachom des Rabbi Lipman aus dem Jahre 1410 zum Ausdruck, wo es heißt, daß Gottesliebe und Gottesfurcht doch in einem tief- begründeten Verhältnis zur Gotteserkenntnis stünden.

Solche Ehrfurcht vor dem Ganzen der Religion wird mit tie- fem Recht auch auf den äußeren Umgang mit religiösen Büchern übertragen. Ja man darf sagen, daß ein solches Zusammenwirken des Äußeren und des Inneren dem tiefsten Wesen des jüdischen Glaubenslebens entspricht. Von solcher Feststellung aus dürfte wohl nichts einleuchtender sein, als daß wir im folgenden das Talmudische durch ein Dokument ergänzen, das zwar scheinbar aus einer dem Talmud entgegengesetzten Welt stammt, in Wahr-

126

Söhne dem religiösen Wissen, d.h. der rabbinischen Theologie,

heit aber "nichts an stigen O durchzuc sche Fest dazu üb Chassidi dharakte der Fror wollen ı mals bet Anwend Ehrfurd haft ehr] wir uns

zu veral einen so

D

Bsistni rischen] Kundgel zweifell der Ver Nur im Stellung Inda H Nimmt ı !rontier Lösung

Wir g Einleitu

N Dieses

die, die