Die Auseinandersetzung Jerusalems
mit seiner heidnischen Nachbarschaft
Judentum und Griechentum
In seiner„Geschichte der Juden“ bemerkt Josef Kastein zu dem großen Thema, das wir in der Überschrift zu dem Kapitel for- muliert haben:
n... Es setzt nun ein Vorgang ein, von dessen gewaltiger Er- schütterung auch Judäa ins Schwanken gerät: der Zusammen- stoß des Morgenlandes mit dem Abendland. Griechenland bricht in den Orient ein. Bis zu diesem Punkte seiner Geschichte sind dem Judentum schon viele Völker begegnet. Bei jeder Begegnung gab es diese oder jene Gemeinsamkeit, sei es in der semitischen Abstammung, der Sprachverwandtschafl, der Gewöhnung an das nachbarliche Zusammenwohnen. Diese letzte Spur von Ge- meinsamkeit hört auf, als Juden und Griechen einander begeg- nen... Zunächst konstatieren die Juden ohne besondere Er- regung, daß sie wieder einmal unter eine neue politische Ober- hoheit gekommen sind. Sie erfahren, daß Alexander, Sohn des Mazedoniers Philipp, im Begriffe sei, den Traum eines Europa, Asien und Afrika umfassenden Weltreiches unter der Hegemonie der Griechen und des griechischen Geistes zu verwirklichen.“
Zum Schrecken der Juden beginnt unter den Seleukiden, also denjenigen Nachfolgern Alexanders des Großen, denen Judäa zugeteilt worden war, eine systematische Unterdrückung des jüdischen Volkes und seiner Religion, wodurch ebenso uner- wartet ein leidenschaftlicher Widerstand des jüdischen Volkes einsetzte, der seine Höhe erreichte, als die Unterdrücker eine Zeusstatue im Tempel von Jerusalem aufstellten und dort dem griechischen Gotte ein Schwein opferten. Gewiß waren auch im
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