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' des Alten und des Neuen Testamentes. Der allerwichtigsteGrund dieser Zusammengehörigkeit liegt aber vielleicht gerade darin, daß die erhabene Strenge und Unzweideutigkeit des mono- theistischen Prinzips im Alten Testament unentbehrlich war und bleibt, um das Mysterium der Trinität gegen jeden Abfall in den Nebel zu schützen, eine Gefahr, deren Größe und Realität schon Gregor von Nazianz in folgenden Worten geschildert hat:
„Wer aus dem bloßen Naturvorgang der zeitlichen Geschlechter- folge das Verhältnis der drei Personen in einem Gotte ergrübeln, erfassen und verstehen will, der versucht, mit sterblichen Augen in die Sonne der göttlichen Herrlichkeit zu schauen. Er muß daran— wie Arius— für das Verständnis der Wahrheit er-
blinden...“
Also: Arius hat den Gottmenschen geleugnet, weil ihn das Wort vom Sohne Gottes verwirrt hatte, so daß er nur noch Va- ter und Sohn im Sinne irdischer Zweiheit sah und die dritte Macht vergaß, nämlich den Heiligen Geist, durch den das Ewige ins Zeitliche übertragen worden war. Die von Gregor von Na- zianz ausgesprochene Warnung hat mit dem tiefsten Mysterium des christlichen Glaubens zu tun und eben darum auch mit der Frage: Wie ist der Monotheismus des Alten Testamentes mit der Lehre vom Gottmenschen zu versöhnen? Gregor von Nazianz hatte es leicht, davor zu warnen, daß man die göttliche Natur Christi„allzu einfach“ durch das Gleichnis beschreibe, das dem menschlichen Familienleben entnommen ist. Wird nicht aber die- ses Gleichnis unablässig im Neuen Testament, ja von Jesus selbst angewendet, speziell dort,wo er auf die direkte Frage des Kaiphas® eine ebenso direkte Antwort gibt? Die Juden aber wehrten sich im Namen ihres Monotheismus gegen die Anerkennung einer zweiten göttlichen Person. So dürfen wir nicht vergessen, daß dieses Problem gerade vom jüdischen Standpunkte aus keines- wegs so einfach ist. Gibt es doch im Alten Testament eine ge- heimnisvolle Logik, die unabweisbar in dasNeue Testament hin- einführt— und zwar schon im Buche Hiob. Man erinnere sich doch daran, wie Hiob in seiner Antwort an seine Freunde sein aufrichtiges Bestreben schildert, die Gebote des Herrn nicht nur äußerlich zu halten, sondern sie folgerichtig im gesamten Tun und Lassen zu verwirklichen. Ja er hat sogar, wie er selber sagt, seinen Augen befohlen, sich aller begehrlichen Blicke zu enthal-
8 Vgl. Evangelium Lukas Kap. 22. 37.


