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Die jüdische Frage : vom Mysterium Israels / Friedrich Wilhelm Foerster
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"sich, daß die Überbringer dieser Antwort durch Seestürme drei Sue Monate aufgehalten wurden, während andere mit der Nachricht une von Cajus Tod glückliche Schiffahrt hatten; so erhielt Petronius

vauler die letztere Nachricht siebenundzwanzig Tage früher als die ihn

redrohende Todesbotschaft.

Zu diesen beiden Berichten sei Folgendes bemerkt: Wenn der Autor dieses Buches gebeten würde, in wenigen Worten zum Aus- Iruck zu bringen, was seiner Ansicht nach die unvergleichliche Größe des jüdischen Volkes, sein Verdienst um die Verteidigung ler geistigen Güter der Menschheit ist und in welchem Sinne in ler jüdischen Geschichte etwas durchgebrochen ist, was wir in ceiner anderen Volksgeschichte finden, wieviel erhebende Opfer- craft, Tapferkeit und vorbildliche Charaktergröße dort in Er- cheinung kam, so würde er zunächst einmal die beiden hier be- tichteten, innerlich zusammenhängenden Vorfälle erzählen. Sie ‚ehören zum Erschütterndsten und Erhabensten, was je auf Erden passiert ist, und der Geist, der hinter dieser heroischen Haltung des damaligen jüdischen Volkes stand, hat wahrlich das :wige Drama der menschlichen Nichtigkeiten durch dieses wun- \erbare Schauspiel tief beschämt. Gewaltige Heldentaten wurden on jeher für das irdische Vaterland vollbracht hier aber »ringt ein ganzes Volk sich selbst, seine Jugend und sein Vater- and zum Opfer dar, um dem unsichtbaren Gotte die Treue zu Yalten.

Als ich die oben zitierten Berichte des Josephus Flavius gelesen \atte, da verstand ich von einer ganz neuen Seite her, daß nur n diesem Volke, in weltweitem Unterschied zu allen anderen Völkern, der Erlöser der Menschheit geboren werden konnte. Liegt doch eine ungeheuere, unbeugsame Logik in der Entwick- lung des jüdischen Geistes: von der Opferbereitschaft Abrahams hinweg über die Psalmen Davids und das Bekenntnis der Pro- ?heten bis zu der oben geschilderten Szene, in der ein ganzes Yolk sich bereit erklärt, die Achtung des Siegers vor seiner reli- üösen Tradition durch den Tod zu erkaufen. Die Wieder- (abe dieser Berichte ist wohl auch die beste Antwort auf die Zweifel derjenigen, die sich allzu einseitig von den Schrecken er jüdischen Geschichte beeindrucken lassen und die nicht be- weifen wollen, daß das ganze Wunder und Geheimnis dieser Geschichte eben darin liegt, daß hier die heilige Geschichte mitten in die unheilige Geschichte eingebettet ist, also in jene Art ‚son Geschehen, die wir zu allen Zeiten und in allen Völkern vor

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