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zu Pilatus nach Cäsarea und bat ihn, aus Achtung für die Ge- setze des Landes seine Fahnenbilder aus Jerusalem wegbringen zu lassen. Als Pilatus die dringende Bitte der Abgesandten ab- schlug, warfen sie sich zu Boden und blieben fünf Tage und fünf Nächte, ohne Nahrung zu nehmen, liegen. Nach Ablauf dieser Zeit setzte sich Pilatus in der großen Rennbahn auf seinen Richterstuhl, ließ das Volk herbeirufen, als wollte er ihm jetzt eine Antwort erteilen, gab aber seinen Soldaten vorher ein ver- abredetes Zeichen, mit den Waffen in der Hand die Juden zu umzingeln. Plötzlich von einer dreifachen Linie Bewaffneter eingeschlossen, gerieten diese über den unerwarteten Anblick in die größte Bestürzung. Pilatus drohte, sie nun niederhauen zu lassen, wenn sie sich die Bilder des Kaisers nicht gefallen lassen wollten; zugleich mußten die Soldaten ihre Schwerter ziehen. Alsbald fielen die Juden, als wäre es verabredet gewesen, auf die Erde nieder, beugten das Haupt und riefen: ‚Lieber wollen wir den Tod erleiden als das Gesetz übertreten.‘ Diese fromme Standhafligkeit setzte den Pilatus in Erstaunen, so daß er nun den Befehl gab, die Fahnenbilder aus Jerusalem wegzubringen.
Der Nachfolger des Kaisers Tiberius war durch verschiedene Glücksfälle so übermütig geworden, daß er seinen Feldherrn, Petronius, mit einem Heere nach Jerusalem sandte, um die Bild- säule des Kaisers im Tempel aufzustellen. Falls die Juden sich widersetzen sollten, beabsichtigte man, die Widerspenstigen zu töten und alle übrigen zu Sklaven zu machen. Gott wendete je- doch die Ausführung dieser Befehle ab. Petronius rückte von Antiochia her mit drei Legionen und vielen Hilfsvölkern in Judäa ein. Schrecken verbreitete sich über das Land, als die Nachricht kam, das Heer stehe schon bei Ptolemais.— Die Juden versammelten sich mit Weibern und Kindern auf der Ebene von Ptolemais und flehten Petronius an, er möchte ihr Leben, vor allem aber ihre heimischen Sitten schonen. Der Legat, auf den die Menge der Flehenden und die Lebhafligkeit ihrer Bitten Eindruck machte, brachte sein Heer in Ptolemais zum Stehen, während er selbst nach Galiläa reiste, das Volk und die Angesehensten nach Tiberias berief, ihnen die Macht der Römer und die Drohungen des Cajus vorhielt und ihnen die Unbeson- nenheit ihres Verlangens auseinandersetzte: ‚Alle dem Reiche unterworfenen Völker hätten neben den Bildern der übrigen Götter die des Kaisers aufgestellt; wenn sie allein hiezu sich nicht verstehen wollten, so sei ihre Widersetzlichkeit nicht viel besser als offene Empörung.“
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