Tafel am Eingang von Straßburg geschrieben zu sehen, uns die Kehle zuschnürte. Nun, das weiß jeder, daß eine zugeschnürte Kehle keine brauchbare Vorbedin- gung zum Singen ist, schon gar nicht zum Singen der Marseillaise.
In der Mitte vom Wacken in Straßburg meldeten wir uns im Büro der Heimkehrer. Nachzügler standen Schlange, um die verschiedenen Papiere für die Reise und als Personalausweis zu bekommen. Die Formali- täten brauchten eine gewisse Zeit. Ein Gefangener, der den Schlagworten der Kommunistischen Partei offenbar zugänglich war, fing an, ungeduldig zu werden. Wir hörten ihn meckern:
„Man merkt schon, daß man in das Land des Durch- einanders zurückgekommen ist.“
Da richtete ein Deportierter, der offenbar allein aus irgendeinem Kommando entwischt war und sich auf eigene Faust bis hierher durchgeschlagen hatte, seine Knochen, die in dem Zebraanzug schlotterten, auf. Mit matter Stimme ließ er die Worte fallen:
„Wenn man die Ordnung, die wir eben gesehen haben — er betonte spöttisch das Wort„Ordnung“—, wirklich aus der Nähe beobachtet hat, dann hätte man Lust, bis an sein Lebensende zu rufen ‚Es lebe das französische Durcheinander!‘
XXI
Nachwort
Eines Toten Name ist mir Waffenrüstung. Mich bindet ein geheimes Band an ihn(Francois Vernet).
Es lebe das französische Durcheinander! Mit diesem Wort wollte ich eigentlich den Bericht des Abenteuers abschließen. Dieser Schrei der Empörung
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