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Die Freiheitsstrasse : Dachau 1943 - 1945 / Edmond Michelet. Deutsche Übertragung von Dr. Georg Graf Henckel von Donnersmarck
Entstehung
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Sonntag Morgen, der 29. April. Das internationale Komitee versammelt sich zum erstenmal vollzählig in der Bibliothek in der ersten Stube von Block>, auf der linken Allee, die also am nächsten amJourhaus ist. Ohne Schwierigkeiten werde ich in dieser Versammlung an Stelle von General Delestraint zugelassen. Leo, der Schreiber von 24, hat mich über die Verhandlungen, die der Konstitution dieses Rates vorangegangen waren, auf dem laufenden gehalten. Der russische General ist aus Klugheitsgründen, denen ich zustimmte, bisher gegen den Zusammentritt des Rates gewesen. Da ist unter anderem Patrick OLeary, der Großbritannien vertritt, obwohl er das Englisch recht merkwürdig spricht,Pat, der mich während des Typhus mit einer verbissenen Großherzigkeit gepflegt hat, der große Arthur, mein belgischer Pfleger, Vincent Parra, der die roten Spanier vertritt, der Marquis Pallavicini, der trotz seines Namens Ungar ist, Melodia, der Italiener, Jura- nic, der sich schließlich bei den Tito-Jugoslawen und den anderen durchgesetzt hat, der tschechische Arzt Blaha, der erstaunliche Albaner Ali Kuci, der sowjetische General Michailow, der das Kunststück zustande ge- bracht hat, seit mehr als einem Jahr unbemerkt durch- zukommen, Oskar Müller schließlich, der alte deutsche Kommunist mit seinem Dickschädel, der den Franzosen immer eine ehrliche Freundschaft entgegenbrachte, ein anständiger Kamerad.

Wir tagen in Permanenz. Eine erste Proklamation wird abgefaßt, die die Kameraden zur Ruhe auffordert. Sie bittet sie, in ihren Blocks zu bleiben und neue An- weisungen abzuwarten. Der riesige Appellplatz ist leer. Einige letzte eigensinnige SS-Leute allein sind noch auf ihren Posten auf dem Wachttürmen. Von unserer Beob- achtungsstelle aus überwachen wir das Eingangstor. Es scheint, daß der Oberführer des Lagers heute nacht seine Machtbefugnisse Oskar Müller stillschweigend übertra-

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