an. Ganze Transporte von den Außenkommandos kommen zurück und— zum größten Erstaunen auch von Buchenwald. Den Anblick, den der Appellplatz nun bietet, werde ich nie vergessen. Die von der Reise Übriggebliebenen sind da: auf dem Boden zusammen- gebrochen, in einem Zustand von Schmutz, Elend und Erschöpfung, der uns erstarren läßt. Und trotzdem hatten wir geglaubt, wir seien unempfindlich geworden. Unter diesen menschlichen Fetzen, aber nicht auf den ersten Blick, erkenne ich Gesichter von Kameraden, die uns voriges Jahr verlassen haben, Gervaise und Pradier. Ein Schreiber geht durch die Reihen, um die Namen und die Matrikelnummern zu erfragen. Sie blicken starr, ohne daß ein Wort aus ihrem Munde kommt. Tausende von ihnen enden da wie zerbrochene Auto- maten, unfähig, auch nur eine Silbe auszusprechen oder das geringste Zeichen zu geben, das ermöglichen würde, sie zu identifizieren. Wenn die Amerikaner nächste Woche kommen werden, werden sie einen an- deren Transport entdecken, aber dieser wird nicht die Mühe gehabt haben, die Schwelle des Lagers zu über- schreiten. Derganze Zug wird nurLeichen enthalten.
Die Prominenten sind geholt worden: Joseph Joos und der Prinz von Bourbon-Parma. Man sagt, sie seien zu Monsignore Piguet in den Ehrenbunker gegangen. Morgen wird man sie in der Lagerstraße mit Leon Blum und dem Kanzler Schuschnigg gehen sehen. Woher sie gekommen sind, weiß man nicht, und noch weniger, wohin sie unterwegs sind. Plötzlich ein Operettenbild: Eine Gruppe französischer Waffen-SS von der Legion „Karl der Große“, die behaupten, Deserteure von der russischen Front und vor dem deutschen Kriegsgericht angeklagt zu sein, marschiert quietschvergnügt in Block 24. Ich gehe zu ihnen hin. Sie sehen alle unver- schämt jung aus und tragen das blau-weiß-rote Schild-
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