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Die Freiheitsstrasse : Dachau 1943 - 1945 / Edmond Michelet. Deutsche Übertragung von Dr. Georg Graf Henckel von Donnersmarck
Entstehung
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zosen in 24 finde ich endlich einige vertraute Gesichter. Schillio ist da mit seinem Jungen. Welche Leistung! Arthur Poitevin ist auch da; über ihn haben seine nor- mannischen Kameraden gewacht, denn er ist blind, und hätte man ihn entdeckt, wäre er schwer be- lastet gewesen. Dazu sein Vetter Joseph aus Port-en- Bessin. Paul Haissat steht noch aufrecht mit einem seiner Landsleute aus den Vogesen, ebenso der Notar Lamielle von Charmes. Etwas weiter oben halten die Nummern 72 000 im Plantagekommando immer noch stand. Die Mannschaft der Desinfektion, die bisher im Lager schlief, war dort nicht mehr er- wünscht. Sie wurde in eine Stube des geschlossenen Blocks 29 verbannt, die weitestabgelegene, in der Nähe ihrer Arbeitsstelle. Dort also fand ich Auboiroux unermüdlich wie immer vor, der mir einen Platz neben sich auf seinem Strohsack einräumte. Mittler- weile erlebten die Franzosen ein unerwartetes Aben- teuer. Als kein Mensch mehr irgend etwas bekam, erhielten sie Pakete vom Roten Kreuz. Sie wurden plötzlich vornehme Leute, deren Ansehen sich von nun an immer mehr steigerte. Es wurden Landsleute ent- deckt, die weil sie bisher glaubten, mit dem Anfangs- buchstaben D der Volksdeutschen besser behandelt zu werden sich noch nicht bemerkbar gemacht hatten. Die Saarländer sind unter diesem Gesichtspunkt mit der Annexion durchaus einverstanden. Die verbissen- sten Franzosenfeinde, die uns bisher am meisten ver- achtet hatten, alle Kapos und Vorarbeiter, die uns bis- her als weniger wie nichts behandelten, sind plötzlich ganz Lächeln und Herzlichkeit. Diese Pakete, die meh- reren Tausend von uns das Leben gerettet haben, waren nicht nur für die Deportierten von Dachau bestimmt, sondern auch für die der anderen Lager, insbesondere Mauthausen und Buchenwald. Aber in dem völligen Durcheinander der letzten Wochen wurden sie unter-

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