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Die Freiheitsstrasse : Dachau 1943 - 1945 / Edmond Michelet. Deutsche Übertragung von Dr. Georg Graf Henckel von Donnersmarck
Entstehung
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Täuschung, die wir in dieser Hungerwüste erlebten, wenn wir von so vielen Dingen träumten, nach denen wir uns sehnten, eine Frucht, ein Kuchen, eine Süßig- keit. Der Pater setzte seine seltsame Aufzählung fort: Alain X. geben sie das Stück Pfefferkuchen, das ich im Block gelassen habe, Claude Z. geben sie den Zucker, den ich von Wuppertal mitgebracht habe...

Was mich überraschte, war die Genauigkeit, mit der der Familienname jedem Vornamen folgte. Es war irgend etwas Ergreifendes in diesem hilflosen Testament. Ich wußte allzu genau, daß der Pater keinen einzigen die- ser Schätze besaß. Er beendete schließlich seine ima- ginäre Verteilung:

Und an Gaston B. geben sie die Schachtel Dragees, die ich für ihn aufgehoben habe. Ich lege großen Wert darauf. Als er nach einer kurzen Erschöpfungspause zu sich kam, wurde sich der Pater klar, daß er irre- geredet hatte. Er bat mich, ihm zu wiederholen, was er gesagt hatte.

An sich unbedeutende Sachen, sagte ich. Aber ich hielt an meinen Gedanken fest:Sie haben mirNamen genannt. Es muß sich ohne Zweifel um Kameraden aus dem Block handeln, an die Sie vielleicht irgendeine Nachricht geben wollen.

Pater Dillard wollte nun diese Namen hören. Ich wie- derholte sie ihm. Er überlegte einen Augenblick. Trä- nen flossen über seine Wangen, deren Furchen ein schmerzliches Lächeln betonte:

Wie merkwürdig, sagte er,ich habe Ihnen dieNamen der Schüler meiner letzten Oberprima genannt.

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