Kameraden, der nackt, ohnmächtig, in seiner ganzen Länge auf dem Zementfußboden lag. Es war Pater Dil- lard. Als er wieder zu sich kam, mußten wir ihn in den Block 9 transportieren, wohin er, was nicht ganz ein- fach war, schließlich eingewiesen wurde. Da entsteht die erste Schwierigkeit. Der Pfleger der Stube Zwei, ein junger slowenischer Student der Zahnmedizin, sieht diesen zusätzlichen Pfarrer nicht gern kommen. Un- möglich, ihn zur Freigabe eines Platzes auf den unteren Strohsäcken zu bewegen. Der Pater muß also in den dritten Stock der Bettstellen gehoben werden; er jam- mert vor Schmerzen.
Da es klar ist, daß von dem Titoisten nichts zu erhalten ist, muß versucht werden, den Pater in einen weniger ungastlichen Block zu bringen. Pierre Suire, der immer in die Bresche sprang, bekam also von seinem Ober- pfleger dieGenehmigung, in Block ı diesen Landsmann in größter Not selbst zu pflegen. Er geht ihn überneh- men, während der wütende Pfleger von 9, dem die Rationen entgehen, die der Pater doch nicht hätte ver- zehren können, seine Verwünschungen durch den Raum brüllt:„Hau ab, du Unglückspfaffe, in zwei Tagen bist du sowieso krepiert.“
Der Pater findet bei Suire einige Tage der Ruhe. Das ist die Zeit, in der ich ihn öfters sehe. Wir sind fast gleich- altrig. Er hat den ersten Krieg mitgemacht und sogar etwas mehr, da er unter Weygand in Warschau noch gedient hat. Er ist Träger des Ordens des Weißen Adlers von Polen und stolz auf seine soldatische Vergangen- heit. Wir sprechen von Dingen und Leuten, die uns gemeinsam am Herzen liegen; die neuen Arten des Apostolates, Yves Simon, dem er in Amerika begegnet war, und vieles andere. Er ist glücklich, sich mit einem Freund der Jesuiten, der so viele Mitbrüder der Gesell- schaft Jesu kennt, unterhalten zu können, und zu er-
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