Erflehe uns ein einfaches Herz,
das sich nicht dem Kummer hingibt, das kein Gutes vergißt und
wegen keines Übels Groll nachträgt.
Das einzige, was mich an dem erstaunlichen kleinen Bändchen störte, war seine letzte Seite. In besorgter Voraussicht, die uns damals als vom ärgsten Defaitis- mus eingegeben schien, hatte man die Vorsorge wirk- lich zu weit getrieben: Der Kalender der beweglichen Feste ging bis zum Jahre 1945.
Nun waren wir schon in der ersten Hälfte 1943 und keiner von uns zweifelte, daß die Befreiung spätestens im Laufe des bevorstehenden Sommers kommen würde.
V
Ein Freidenker
In der Gemeinschaftszelle des Erdgeschosses, wohin mich nach sechs Monaten Einzelhaft der Feldwebel des 2. Stockes—„Los, 10s!“—, gebracht hatte, fand ich mei- nen alten Gefährten von Combat wieder, Jacques Re- nouvin, für die Eingeweihten„Joseph“.
Er war zum Erschrecken mager und hatte— das ist augenscheinlich— in diesen sieben Monaten der Haft mehr gelitten als wir alle. Im Gesicht und auf dem ganzen Körper trug er noch die Spuren der„Sonder- behandlung“, die er in der Avenue Foch erlitten hatte. Aber er war glücklich, außer unseren Kameraden der Freikorpsgruppen von Montpellier, Pascal und Julien, seine beiden jungen Verbindungsagenten von Pau wie- derzufinden, Jacques und Raymond Sch...
Du lieber Renouvin! Er ist einer von denen wie Pierre
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