mit ihnen die unschätzbaren Zettel, die sie natürlich enthielten. Der Nachrichtenaustausch mit den Abwe- senden wurde unmöglich und das Schweigen noch drückender. Manchmal nur, wenn die Wächter am an- deren Ende des Ganges zu vermuten waren, wurde es durch einen kurzen Angstschrei, einen gleichmütigen Ruf oder ein kurzes Lied in die maßlose Leere des Hofes durch die Ritzen eines schlecht geschlossenen Fensters unterbrochen.
Dank meinem Vorgänger in der Zelle konnte ich so mit meinem Nachbarn Christopher Burney, einem eng- lischen Offizier des Intelligence Service, in Verbindung bleiben und am Pfingstmontag das wehmütige„Beth Ceü de Pau“ vernehmen, das die neu angekommenen Kameraden aus B&arn anstimmten. Abbe Stock hatte an seine Pfarrkinder von Fresnes ein ganz einfaches kleines Gebetbuch verteilt. Es war ganz auf die Bedürf- nisse derer zugeschnitten, für die Abbe Rhodain es herausgegeben hatte: die riesige Schar der Kriegsgefan- genen, die in allen Oflags und Stalags des„Großdeut- schen Reiches“ zerstreut waren. Es war ein wertvoller Gefährte, unschätzbar für viele, solange ihnen keine andere Lektüre zugänglich war, und sogar auch später noch.
Ich erinnere mich der einfachen und rührenden Über- setzung des Liedes aus der Complet, das wir lasen, be- vor die Nacht unsere Zellen überflutete:„Du brauchst die wilden Tiere nicht zu fürchten.... Der liebe Gott hat gesagt: Weil er getreu ist, werde ich ihn befreien... Im Leiden werde ich bei ihm sein.“
Wir fanden in dieser unerschöpflichen Sammlung viele für unsere Lage passenden Texte. Sie enthielt insbeson- dere das wundervolle Gebet an die Gottesmutter von P. Grandmaison. Ich habe mich später gewundert, daß es so wenig bekannt war:
38
Das€ Bände Vorau mus e lich z Feste, Nun keine: imLa


