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Die Freiheitsstrasse : Dachau 1943 - 1945 / Edmond Michelet. Deutsche Übertragung von Dr. Georg Graf Henckel von Donnersmarck
Entstehung
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hat diese doppelte Aufgabe ehrenvoll gelöst, weil er zwischen den gefährlichsten Klippen stets ein Priester zu bleiben wußte. Nach seinem Tode wollte er in fran- zösischer Erde ruhen, auf dem Friedhof von Thiais, wo die Hingerichteten beigesetzt werden. Diese letzte Geste entspricht, finde ich, so ganz dem stillen, bescheidenen Priester, der das Wort Caritas wirklich lebendig zu ma- chen wußte.

Dank Abbe Stock verliefen die fünf Monate nach dieser ersten Begegnung mit ihm, was die Meinen anging, in beruhigterEinsamkeit. DieseEinsamkeitwurdeanSams- tagen durch seinen stets ungeduldig erwarteten Be- such unterbrochen. Manchmal entschuldigte er sich, nur einige Augenblicke verweilen zu können, so zahl- reich waren die Notfälle, die seine Hilfe erforderten. Aber er richtete es oft so ein, daß er zu dem, was für einen wahren Christen das einzig Notwendige gewesen wäre, noch einen Zusatz brachte, ein neu erschienenes Buch oder die Botschaft eines Kameraden. Durch ihn habe ich den letzten Abschiedsgruß von Abbe Lair er- halten, vor seinem Weggang nach Deutschland, wo ihn der Hinrichtungspfahl erwartete.

Ohne daß man je hätte erfahren können, nach welchen Gesichtspunkten sie bewilligt wurde, hatten einige von uns die Genehmigung bekommen, Pakete von draußen zu erhalten. Bat man nun Abbe Stock, einem weniger begünstigten Nachbarn, der keine Pakete bekam, einen kleinen Zusatz von Lebensmitteln zu überbringen, ent- ledigte er sich dieses Auftrages, unter wiederholten Be- teuerungen, es sei dies, da streng verboten, das letzte Mal, daß er es tue. Es werde noch damit enden, daß er selber Arger bekomme. Aber das nächste Mal tat er es dennoch wieder.

Dann kam der Tag, an dem, ohne daß wir erfahren hätten weshalb, die Paketsendungen ausblieben und

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