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Die Freiheitsstrasse : Dachau 1943 - 1945 / Edmond Michelet. Deutsche Übertragung von Dr. Georg Graf Henckel von Donnersmarck
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gestellt zu werden. Bei der Gegenüberstellung werde sich schon zeigen, wer die Wahrheit sage.

Das würde nichts nützen, antwortete er mir;;jeder von euch würde bei seinen Aussagen bleiben.

Diese Antwort auf meinen gewagten Vorschlag gab mir etwas Sicherheit.Er behauptet Falsches, um das Wahre zu erfahren, dachte ich sofort.Ich bin vielleicht durch diesen zu jungen Elsässer S., den mir Delon empfohlen hatte, verpfiffen worden[es war doch sehr falsch, ihm einen Auftrag anzuvertrauen], aber die anderen haben nichts gesagt, da bin ich ganz sicher. Was riskiere ich schon groß mit$.; er kennt mich doch nicht.

Ich war mit meinen Überlegungen gerade so weit ge- kommen, als der Vernehmende, um ein Ende zu machen, einen großen Schlag wagte. Ich höre noch seinen langsamen, korrekten, kaum betonten Satz: Sehr gut, wir werden also Ihre Frau und Ihren Sohn weiter im Gefängnis behalten; Ihre beiden älteren Töchter auch. Die werden alle solange wie nötig drinbleiben. Im übrigen haben auch die es nicht ge- stohlen.

Um mich zu überzeugen, übersetzte er mir sodann einen Polizeibericht, der die Mitwirkung der Meinen an dem unerwarteten Empfang anzeigte, den Brive der deutschen Armee am ı1. November 1942, am Tage der Überschreitung der Demarkationslinie, bereitethatte. Mit diesen entmutigenden Perspektiven kehrte ich nach Fresnes zurück. Ich versuchte vergeblich, mir einzu- reden, daß der SS-Mann mich geblufft hatte. Im Grunde war ich davon gar nicht überzeugt.

Tagelang und besonders nachts wälzte ich dunkle Ge- danken. Die Einsamkeit der Zelle bedrückte mich im- mer mehr.

Das waren die Umstände, unter denen ich die Bekannt- schaft von Abbe Stock machte. Eines schönen Tages kam

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