„Ihr leidet darunter, daß man euch unterdrückt, daß man euch mit Verachtung behandelt und ins Gesicht schlägt...”(Ich sehe sein armes, mißhandeltes Antlitz.) „Ich habe mehr Mühsal ertragen, mehr Gefängnisse und Schläge ohne Maß.“— Den folgenden Absatz trug er langsam vor. Dachte er vielleicht an seinen eigenen Fall? Wußte er nicht, wer ihn angezeigt hatte?—„Ich war oft in Gefahren durch falsche Brüder.“— Und dann mit leiser Stimme, wie nur für sich selbst und seinen nächsten Nachbarn, schloß er das Zitat:„Meine Gnade genügt dir. Die Stärke vollendet sich in der Schwäche.”
Zwischen Juvisy und Paris bemerkte uns der Loko- motivführer eines Vorortzuges, der auf einem Parallel- Gleise neben uns rollte; er sah uns hinter den Scheiben, umgeben von unseren Schupos. Offenbar absichtlich beschleunigte und verlangsamte er seinen Zug, um allen seinen Reisenden die Möglichkeit zu geben, diesen Anblick wahrzunehmen.
Schließlich stiegen wir auf dem Austerlitz-Bahnhof aus, immer zu zweien durch ein Paar Handschellen anein- andergefesselt, ich zusammen mit Abbe Lair. Von un- seren beiden so verbundenen Händen ist eine heute bewegungslos.
IV
Ein deutscher Seelsorger
Ein langer Monat ist verstrichen, seit die Anfangs- gruppe bei ihrer Ankunft im Gefängnis von Fresnes, wohin sie nach Verlassen des Austerlitz-Bahnhofes schließlich gebracht worden war, völlig aufgeteilt wurde. Ich hatte eine Einzelzelle zugewiesen bekommen, in der
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