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seelischen Kräfte bezahlt haben würden, während kein Anhaltspunkt dafür gegeben
ist, daß bei unserem Gegner eine gleiche Entwicklung Platz gegriffen hat. Wahrsch In
lich aber ist, daß in diesem langen Zeitraum die Angelsachsen bereits entscheiden
militärische und wirtschaftliche Erfolge errungen haben dürften, zumal sie möglichs gl
bald freie Hand im Fernen Osten gegenüber Japan brauchen. Ich muß also pflicht.'| khon jetzt
gemäß vor einem solchen zuwartenden Plan dringend warnen; seine Verfolgung würde Dicden zu cı
in sicheren Zusammenbruch führen. itlers ruinie hit; heute si Obildes beraı
Dokument VII Alm packen
Goerdelers Entwurf eines Briefes an Generalfeldmarschall von Kluge 25. 7. 1943(Zum ka von dt
Text S. 375£.) Uimönng e Üischenden.
Sehr geehrter Herr Generalfeldmarschalll! Dh noch ni
Die von hohen militärischen Stellen genährte Auffassung, daß die Zerstörungen im Wtltrgehen
Westen nicht so schlimm seien, und daß die Arbeiter nach wenigen Tagen, in denen sit DieÜberl
sich»ihre Klamotten aus den Trümmern geholt« hätten, wieder zur Arbeit kämen, hat Wit, nach
mich bestimmt, mir das Zerstörungsgebiet selbst anzusehen. Sie würden ebenso er- kupt nur RX
schüttert sein wie ich. Dort liegt die Arbeit von tausend Jahren in Schutt. Es hat keinen Ihe und ii
Zweck, die Gefühle zu beschreiben, die mich bewegten, als ich vom Toelleturm ab auf®%s Handeln:
die Ruinenstadt Barmen und auf das zur Hälfte zerstörte Elberfeld heruntersah. I Zur Zeits
Essen findet man kaum durch die Straßen, weil in den Trümmern alle Anhaltspunkte,"ttyieich
die man gewohnt war, fehlen. Krupp ist zu 60% zerstört und arbeitet auch nur ungefähr hid, Rr sie}
zu 30%. Die gegenteilige Behauptung ist unrichtig. Er hat auch nicht etwa die zerstöt- Mähben;«
ten Teile an anderen Orten Deutschlands wieder aufgebaut; nein, der Beginn der Ver! aber
lagerung ist im Anfang. Wer den Mut zum Denken hat, muß sich schon ohne besondere hit miss:
Sachkunde sagen, daß man erst Gebäude finden, dann sie herrichten, dann die Maschi
nen zum größten Teil neu beschaffen und dann Kohle und Arbeitskräfte herbeihol&t x
muß. In Elberfeld arbeiteten selbst unversehrte Betriebe des Stadtteils Vohwinkel m
30%, weil die Arbeiter abgewandert sind. Aus Wuppertal und Essen sind je etwa zwd
Drittel, aus Köln vier Fünftel der Bevölkerung verschwunden. So sieht es mit da
Leuten aus, die sich ihre Klamotten in drei Tagen aus den Trümmern heraussuchen. Di
Kohlenproduktion des Ruhrgebietes ist nunmehr von 420000 t täglich auf 300000 tg!
sunken und sinkt unablässig weiter. Im Juni ist auch erstmals die Fertigung der süd
deutschen Rüstungsindustrie stark gesunken, weil der Rückgang der Zufuhr aus dem
Ruhrgebiet sich nunmehr bemerkbar macht. Aus diesen Trümmern ist im übrig&
nichts hervorzusuchen. Es sind Massen von Schutt, Beton und Eisen. Ein Wiederaufba|
wird viele Generationen dauern. Die Unterbringung der Trümmer auf deutsche®
Boden ist überhaupt nicht möglich, weil zuviel Land verlorengehen würde. Man mu)
sie also ins Meer schaffen. Die Beseitigung der Trümmer allein von Essen wird, wenn\t
man täglich 100 Waggons mit ihnen beladet, etwa drei Jahre in Anspruch nehmen!
Der bisher entstandene Schaden ist mit 100 Milliarden Mark zu gering geschätzt Unsere bisherige Reichsschuld beläuft sich auf 250 Milliarden, in drei Monaten werd@!\ı die Schulden genau so hoch sein wie das gesamte Vermögen.- Sie, Herr Generalfeldmarschall, wissen, daß alle Theorien, als ob dies nichts zu sage
habe und die heillose Schuldenwirtschaft ungestraft weitergehen könne, Unsinn sind
Nein, das deutsche Volk steht vor der Wahl, entweder seinen Bankrott zu erklären;
dann haben wir alle unser Vermögen verloren, dann sind auch die Industrien ohne jeds
Kapital. Da dieser Zustand unmöglich ist, weil er Revolution radikalsten Ausmaß%
bedeutet, so müßten auch diejenigen, die ihr Vermögen in Grundbesitz angelegt habe!
davon hergeben, um die Betriebe, die zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft und zu
Vermeidung der Revolution erhalten bleiben müssen, mit Vermögen auszustatten. Wit
werden also alle arm. Oder das deutsche Volk kann wieder einmal die Wahrheit v


