aubt Erstes Buch: Das Werden des Politikers
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ug Erstes Kapitel: Jugend und Mannesreife
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vohl Carl Goerdelers geistige Entwicklung ist fortdauernd von den |, ist Eindrücken seines Elternhauses bestimmt geblieben. Immer wie- Has der, in allen Stadien seines Lebens, kommt er auf das geistige, bst- insbesondere das moralische Erbe zu sprechen, das er hier emp- sche fangen habe, und noch zuletzt im Kerker, angesichts eines grau- len samen Todes, hat er voll tiefen Heimwehs zurückgeblickt auf die rab- sonnige bürgerliche Welt.des 19. Jahrhunderts, der er entstammte. und| Die Jugenderinnerungen, die er auf der Flucht vor der Gestapo wer niederschrieb(aber nicht mehr vollenden konnte), atmen ganz ie: und gar den Geist altpreußisch-konservativen Beamtentums, wie un
er in der Spätzeit Bismarcks noch in ungebrochener Kontinuität fortlebte: voll Stolz auf die friderizianische Tradition, voll Zuver- sicht im Blick auf die gefestigte Macht der preußisch-deutschen Monarchie. Höchst anschaulich schildern sie das Leben der west- preußischen Kleinstädte Schneidemühl, wo Carl Friedrich Goer- deler am 31. Juli 1884 geboren wurde, und Marienwerder, wohin sein Vater 1890 als Amtsrichter versetzt wurde. In aller Einfach- heit des Lebensstils waren es doch behäbige äußere Verhältnisse, in denen der Knabe aufwuchs: ein sehr großer, in intensiver Ge- meinschaft erlebter Verwandtenkreis, heitere Geselligkeit aller Art, von der geistvoll-lebendigen Mutter mit Geschmack gestal- tet, auch mancherlei Verkehr mitadligen Gutsbesitzern der Nach- barschaft, den schon der Nebenberuf des Vaters als Syndikus der » Westpreußischen Landschaft« bedingte. Es fehlte auch nicht an musischen Interessen; aber die politisch-historische Bildung stand doch, dem Stil dieses Lebenskreises entsprechend, weitaus im Vordergrund. Die Mutter las gern Biographien, Memoiren, ge- schichtliche Werke, und abends im Familienkreise gab es immer viel politische Debatten, vollends seit der Vater 1899 freikonser- vativer Landtagsabgeordneter geworden war. Ihre Richtung läßt sich darnach vermuten: die Freikonservativen waren die Partei »Bismarck sans phrase«.!
Es entsprach einer Modeströmung deutscher Jugend um die Jahrhundertwende, wenn der junge Goerdeler nach Abschluß des Gymnasiums 1901 sich zur Berufsausbildung als Marineoffizier
| meldete. Nach wenigen Monaten bereute er diesen Entschluß und


