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Bürgermeister und Kommunalpolitiker 31 wichtigsten Städte des Reiches gestellt, herausgelöst aus der ost- preußischen Exklave, wuchs er rasch zu einem der führenden Kommunalpolitiker Deutschlands heran. Wir müssen ihn auf den Hauptstationen dieses Weges begleiten, weil nur so— wie sich noch zeigen wird- seine spätere Rolle als Oppositionsführer ganz zu begreifen ist.
Längst waren die deutschen Großstädte aus dem Rahmen der alten, leicht übersehbaren Bürgergemeinden herausgewachsen, denen einst die Steinsche Reform in Altpreußen, die liberale Be- wegung in Süddeutschland und am Rhein die Selbstverwaltung beschert hatten. Aus der Gemeinschaft angesehener Bürger war tine städtische Massenbevölkerung geworden, aus der Bürger- gemeinde die Einwohnergemeinde, von deren Mitgliedern nur tin beschränkter Teil noch seßhaft war, die weitaus meisten ein- ander gar nicht kannten, von echter»Nachbarschaft« nichts mehr wußten und als Träger städtischer»Ehrenämter« überhaupt nicht in Betracht kamen. Immer kräftiger hatte sich die besoldete städti- sche Bürokratie entwickelt, während der Grundgedanke Steins, vor allem das Patriziat der»großen Eigentümer« in Ehrenämtern für die Geschäfte des Gemeinwesens mobil zu machen, immer mehr im Nebel einer romantischen Vergangenheit entschwand. Dennoch waren die deutschen Gemeindeverwaltungen niemals zu bloßen Organen der Staatsgewalt herabgesunken wie in Frank- teich; sie hatten sich eine sehr kräftige, grundsätzlich sogar all- seitige Wirksamkeit ihrer selbstgewählten Verwaltungsorgane bewahrt, von der Staatsaufsicht bis 1918 nicht allzu stark beengt. Die Gemeindewahlen fanden unter der Monarchie nirgends— wie die zum Reichstag- auf Grund des allgemeinen Wahlrechts statt, sondern auf Grund des Dreiklassenwahlrechts oder anderer Sy-
" steme mit Steuerzensus, die das Proletariat und alle fluktuieren- ' den Elemente fernhielten und eine weniger partei- als lokal-
politische Auswahl der Bürgervertreter und Stadträte begünstig-
- ten. Eben damit machte die Revolution von 1918 ein Ende: sie
führte den vollen Gleichklang zwischen Staats- und Gemeinde- wahlen herbei. Aber die Folge war, daß nun auch das Gemeinde-
* leben politisiert wurde; denn wie hätten diese städtischen Massen " änders mobilisiert werden sollen als durch die politischen Par-
teien? Man erlebte jetzt, daß die Gemeindevertretungen zu kleinen
i& Abbildern der staatlichen Parlamente wurden, daß parteipoliti- © sche Debatten, mit allem doktrinären Eigensinn deutscher Kirch- je turmspolitiker durchgefochten, die sachliche Diskussion lokaler
_ Verwaltungsfragen störten und verwirrten, daß Partei-Egoismus


