28 Erstes Kapitel
kampf des ostmärkischen Deutschtums« im Auge, der selbst dann, wenn er scheiterte, die moralische Position des Reiches im Protest gegen Versailles wesentlich stützen könnte. Goerdeler hat ganz ähnlich gedacht.?
Übrigens ließ er dem Wagnis die praktische Arbeit unmittelbar folgen. Am 8. Juli wurde(offenbar unter seiner Mitberatung) in Marienburg eine Arbeitsgemeinschaft der politischen Parteien zur gemeinsamen Vorbereitung der Volksabstimmung in den west- preußischen Abstimmungsgebieten begründet; daran schloß sich eine große Denkschrift über die politische Organisation des Deutschtums in den abzutretenden Gebietsteilen an, die Goer- deler in Gemeinschaft mit anderen verfaßt hat.10 Bemerkenswert an ihr ist vor allem die Forderung, keine nationale Einheitspartei künstlich zu gründen, sondern alle bisherigen Parteiorganisatio- nen einschließlich der Sozialisten als Ausdruck natürlicher Grup- penbildung fortbestehen zu lassen, aber in einer überparteilichen Arbeitsgemeinschaft zu vereinigen; dazu die dringende Empfeh- lung, die Klassengegensätze zu mildern, auch den Unterschied zwischen Gebildeten und Ungebildeten nicht zum Kastengegen- satz werden zu lassen. Der Wunsch nach echter»Volksgemein- schaft« ist in Goerdeler immer lebendig gewesen.
Im Spätjahr 1919 wurde er, zwischendurch nach Solingen zu- rückgekehrt, zur Verwirklichung dieses Programms noch einmal nach dem Osten berufen. Es liegen Zeugnisse darüber vor, daß er mit großem Geschick und Erfolg an der Einigung der Parteien in den Abtretungsgebieten gearbeitet hat; allerhand Quertreibereien der sogenannten»Deutschen Partei« wurden ausgeräumt und eine Grundlage für die Arbeitsgemeinschaft geschaffen, an der sich sogar die»Unabhängigen«, d. h. der linke Flügel der Sozia- listen, beteiligen konnten.!!
Zum Zweck dieser Bemühungen hatte sich Goerdeler für zwei Monate(November-Dezember) in Solingen beurlauben lassen. Aber er gedachte nicht mehr dorthin zurückzukehren, trotz nach wie vor günstiger Verhältnisse. Wie die Gattin berichtet, war das ostpreußische Heimatgefühl in ihm jetzt so mächtig geworden, daßersich in der rheinischen Industriestadt wiein der Fremde vor- kam. So bewarb er sich um eine Anstellung in Königsberg: zuerst (erfolglos) um den Posten des Stadtkämmerers, dann um den des zweiten Bürgermeisters. Seine Wahl stieß auf Widerstand bei den
Sozialdemokraten, die den Posten für einen Sozialisten bean- spruchten und denen er als Konservativer und Nationalist ver-|? dächtig war— zweifellos nicht ohne Grund. Er selbst hat später| bekannt, er sei»in einem Nationalismus enger Art« erzogen und
aufge bürge tühru dann: persöi auch: ist, Je bei se 1920) schlo: gewin haben ständ noch
druck veror listen
Zweit
Diese Goer als gr sie be Nierte vona Oder einbe stellt: 2er 7 Üücht Richt jähre des ı Niede gearl


