47
an den Herrn Reichskanzler Adolf Hitler richtete und im Oktober 1933 von dem damaligen Evang. Oberkirchenrat namens des Herrn Landesbischofs Müller eine Antwort mit folgendem wörtlichen Inhalt erhielt:...„, daß in der kommenden Kirche die Freiheit der evangelischen Verkündigung nach wie vor bestehen und auch staatlicherseits nicht behindert werden wird. Ihre Urteile über die„ Glaubensbewegung Deutsche Christen " dürften gewissenhafter Prüfung nicht standhalten."
Angesichts der gesamtkirchlichen Ereignisse seit Oktober 1933 und angesichts des Auftrages, der heute einem Studenten der protestantischen Theologie von der Kirchenleitung und dem Staate zugemutet wird, frage ich, wo ist die Freiheit evangelischer Verkündigung" und was dazu gehört was dazu gehört- evangelischen Wandels und die Freiheit des vor Gott allein verantwortlichen Gewissens für den Theologiestudenten an den deutschen Universitäten geblieben, wenn er von Kirche und Staat zu dem ,, politischen Menschen" und zu dem„ politischen Gewissen" gezwungen wird sofern er als rechtliches Glied der Studentenschaft mitarbeiten will? Was soll denn für einen gewissenhaften Studenten der protestantischen Theologie die Macht der jetzigen Kirche, die keine Vollmacht hat, bedeuten, wenn er das Gewissen des Heiligen Geistes respektiert??
-
Ich halte dafür, meine Brüder und Kommilitonen, daß wir mit diesem Gewissen des Wortes heute nicht zur Ruhe kommen können, wie sie uns durch Theologieprofessoren und Bischöfe immer wieder verlockend angepriesen wird. Es ist nicht alles in Ordnung; es ist alles so in Unordnung, daß auch wir nicht zusehen können, sofern wir das Gewissen von Gottes Wort her haben. Und das gibt uns nur die eine Gewißheit, daß die,„ die glauben, in die Ruhe gehen"( Hebr . 4, 3). Wir sind noch nicht da und werden nicht eher da sein, als bis Gott , unser König selbst kommt. Dann haben wir die Ruhe. Auch eine geordnete Kirche und ein geordnetes, wahrhaftiges Studium- was beides uns Gott schenken möge kann uns diese Ruhe nicht verschaffen; es hat immer noch alles seine Zeit nach Gottes Rat, in der wir wunderliche Leute sein müssen. Und das wird immer Unruhe bringen, uns selbst und den anderen, soweit wir eben in der Zeit Verwunderung erregen müssen mit einem geistlichen Gewissen.
-
Doch wir sind auf dem Wege zur Ruhe. Das muß man uns anmerken. Dieses Auf- dem- Weg- sein kann unser Herz ruhig


