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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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machen, ſo ſtürmiſch es auch draußen zugehen mag. Sagt es uns doch, daß wirklich über uns alle, meine Brüder und Nommili tonen, Gott das letzte Wort hat. Und nicht nur über uns, ſondern auch über die, die heute nicht zu dieſer Ruhe wollen. Wer tut's und macht es und ruft alle Menſchen nacheinander von Anfang her? Ich bins, der Herr, der Erſte und der Letzte (Jeſ. 4), 4). Gott allein hat das letzte Wort über all unſere Theologie und Erregung und Kraft, über all unſer Heidentum und Schlafen und Schwachſein hinaus. Und das müßte uns zu fröhlichen Studenten der Theologie machen, die mit Pſalmen und Lobgeſängen den Serren preiſen in aller kommenden ſchwe⸗ ren und ernſten Auseinanderſetzung. Es iſt nun einmal nichts daran zu rütteln komme, was da wolle wir ſind auf dem Wege zur Ruhe. Studieren und beten wir fleißig, daß wir dem rechten Wegweiſer auf die rechte Straße folgen und noch viele mit uns gehen aus unſerem geliebten, deutſchen Volk.

Vor mir liegt die Loſung der Serrenhuter Brüdergemeinde für den zweiten Pfingſttag. Sie lautetWenn ich nur dich habe, ſo frage ich nichts nach Fimmel und Erde(Pſalm 73, 28). Wir

werden unſerem Volke nach Gottes Willen nur dann wahr⸗ haftige Theologen ſein, wenn wir Gott für uns und ſeinen Geiſt in uns haben. Ob das der Fall iſt, ſagen uns weder die Geſtirne oder unſere frommen Simmelreichsgedanken noch die Erde mit ihren Wünſchen und ihrer Weisheit. Gottes Geiſt ſelbſt ſagt es uns, ob wir Gott für uns haben weil er auch hier das erſte und letzte Wort hat. Die Wahrheit und Echtheit unſeres theologiſchen Studiums dürfte darum letztlich von der Beſin nung abhängen, ob wir Theologieſtudenten im Dritten Keich das glauben oder wenigſtens glauben lernen möchten. Dann wären wir Theologen. Andernfalls wären wir es nicht.