46
-
nicht anfechten und stören. Die wichtige Frage in unserem Studium des Wortes Gottes dürfte die sein, ob wir als diese Studenten ein gutes Gewissen" haben, das zwar nicht unser " sanftes Ruhekissen", aber unser Trost" sein soll, den uns niemand rauben kann( Hebr . 13, 18). Als der Führer der gegenwärtigen Bekenntnisgemeinschaft der Deutschen Evangelischen Kirche , Herr Präses D. Roch, seine denkwürdige Rede zur westfälischen Provinzialsynode am 16. März 1934 mit den Worten schloß:„ Es ist weder sicher noch geraten, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir. Amen" so hat er sicherlich dieses Gewissen gemeint, das von Gottes Wort geweckt und wachgehalten wird. Ich glaube, daß wir, meine Kommilitonen, uns mit Bescheidenheit in unserer Stellung und Verantwortung diesen Richtsatz auch zu eigen machen sollten; denn er ist des Höchsten Gebot nach der Schrift auch an uns. Des wachen Gewissens bedarf es um so mehr, als wir heute nicht mehr ohne dieses der Mahnung folgen können ,, Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen als die, die Rechenschaft dafür geben sollen"( Hebr . 13, 17). Es ist heute nicht ausgemacht in allem Lehramt der Kirche, ob es sich an diese Rechenschaft, wie sie der Prophet Hesekiel im 3. Rapitel meint, gebunden weiß. Im übrigen wird unsere Umgebung und unser Mitarbeiten in der Gemeinde dafür sorgen, daß wir diesen Trost nötig haben. Nehmt es bitte nicht als ein Wort der falschen Erbaulichkeit, wenn von diesem einzigen Trost geredet wird. Die Zeiten, da das galt, sind für uns vorüber.
So wenig wir uns an das Gewissen des menschlichen Herzens halten wollen, so wenig wird unser wahrhaftiges Gewissen durch einen anderen Trost wachgehalten und uns selbst zum Trost als durch den, der da Gott und Gottes Güte heißt nach Psalm 52, 9/10. Wir müssen nun schon als Studenten lernen- die Zeit und die Kirche in ihr zwingen uns dazu – daß unser Gewissen nur von Gott, dem Heiligen Geist der Pfingstgemeinde, herkommt und nur vor diesem, seinem Spender sich zu verantworten hat. Ich sage, wir müssen das schon jetzt lernen, weil auch die gegenwärtige Kirchenleitung uns vor einem anderen Gewissen verantwortlich machen will.
Ich kenne einen deutschen, evangelischen Theologiestudenten, der im September 1933 um der Notlage der Kirche willen ein längeres Schreiben


