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dem ,, Sichwundern" der Leute stoßen, sondern in der Lehre Christi bleiben, wo man denn freilich ohne Furcht und Zittern Gott preisen und loben kann.
Weil diese Ordnung Gottes für seine Diener des Wortes seit Gottes Gnadenhandeln in der Welt gilt, wirst du es dir auch gefallen lassen müssen, vor das Forum der Menge, des Volkes, der öffentlichen Meinung gestellt zu werden, wo man sich einig ist darin, daß du lügst, aber der Verstand der Verständigen Recht hat. Der Anspruch, daß Volkes Stimme Gottes Stimme sei, hat Gottes Sohn an das Kreuz gebracht und hat sich damit selbst widerlegt. Volkes Stimme ist nichts anderes als der erhöhte Geltungsanspruch des gottlosen Menschen zu Zeiten Israels, zu Zeiten des nationalsozialistischen deutschen Volkes. Vor diesem Forum wirst du entweder nicht ernst genommen, in der Torheit der Weisen- dann stört man sich nicht an Gottes Wort; oder du wirst ganz ernst genommen, in der Torheit der Weisen, dann stört man sich an Gottes Wort, wird dir das Reden in diesem Namen verbieten und dich verfolgen.
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Wenn diese Dinge geschehen, ist Gottes Wort auf dem Plan und wir haben keinen Grund, uns zu fürchten, wie das die verfolgten und geplagten Apostel vor Zeiten auch nicht getan haben, sondern ,, fröhlich von des Rates Angesichte gingen, daß sie würdig gewesen waren, um seines Namens willen Schmach zu leiden; und höreten nicht auf, alle Tage im Tempel hin und her in Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesu Christo"( Apg. 5, 41/42). Hier weißt du wenigstens, wie du dran bist. Aber zu allen Zeiten hat es Leute gegeben, von denen du nicht wußtest, wie du dran bist. Das sind die Menschen, die ,, auch" dem Herrn die Ehre geben, die auch" an Jhn gedenken, die ,, auch" Theologen, so eine Art von Vermittlungstheologen" sein wollen.( Du kannst hier an eine bestimmte theologische Richtung denken oder auch nicht; es trifft jedes Mal.) Diese ,, Auch Christen" und„ Auch- Theologen", die nebenbei auch noch manches andere sein können, haben das Anliegen, den„ beiderseitigen Anliegen" gerecht zu werden, wie man mit viel Ernst sagt; hinzuhören, was da und dort Berechtigtes gesagt wird. Sie bilden sich ein, in dem Rampf Gottes um das Heil des Menschen in seinem Gerichts- und Gnadenwort die besonnenen Ver
Theol. Eristenz, Seft 11
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