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keit gegenüber, allen menschlichen Voraussetzungen und Behauptungen zuwider Dinge behauptest, die kein Mensch mit seinen natürlichen Augen sieht, beim besten Willen, sich deine ,, Meinung"- wie kann er dein Wort anders bezeichnen?- irgendwie eigen zu machen, nicht sehen kann! Wie sollte es anders sein, daß der Vernünftige bei dem bleibt, das er sieht, und dich einen Toren und Sonderling nennt?
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Es ist eine verdächtige Situation für den Theologen- und in einer solchen verdächtigen Situation befinden wir uns heute weithin seinen Hörern nicht lächerlich, wunderlich, sonderbar vorkommt. Verdächtig, weil du deinen Zeitgenossen dann irgendwie plausibel und einsichtig geredet haben müßtest, und das kannst du nur, wenn du dich an irgendeinem, viel. leicht sehr versteckten Punkte deiner Rede wieder deinem Herzen, der Stimme deines Blutes oder deines Volkes angeschlossen hast. Solche Zugeständnisse haben ein reicher Jüngling oder ein Pilatus oder die Jünger, die nach dem anstößigen Leidenswort ihres Meisters( Joh. 6, 66) ,, hinter sich" gingen, gemacht; und gerade dar um durften sie keine Christen und Theologen sein, gingen vielmehr„ betrübt“ und„ murrend" ihre eigenen Wege. Wer ,, hinter sich" geht, wandelt nicht hinter Gottes Wort und darf sich weder einen Christen noch einen Theologen nennen.
Lieber Bruder und Kommilitone: verdächtig vor der Welt, aber in Ordnung vor Gott ist es darum, wenn du dich mit deinem Volks- und Lebensgenossen in den Anliegen Gottes gerade nicht verständnigen kannst. Weißt du, daß wir fröhlich darüber sein dürfen, wenn in unserer deutschen Kirche Jesu Christi die Menschen sich nicht verstehen, die sich hier auf ihren Verstand, dort auf die Erkenntnis Gottes verlassen? Es ist die Ordnung Gottes, wenn man dich starren, orthodoren" Theologen auslacht; wenn man gerade für diese Schau der Dinge der Welt kein Gesicht hat; wenn man bei dem bleibt, das man sehen, erkennen und beweisen kann. Aber nun bleibe doch auch du bei dem, das du siehst, weil der Herr Christus für dich selbstmächtigen und selbständigen Herrenmenschen gekreuzigt und auferstanden ist! Bleibe dabei, wenn dein Gang gewiß" sein soll. Es kann doch in der Zeit dieser Welt nichts anderes geschehen - wenn du in Wahrheit nur unter der Voraussetzung von Gott reden kannst, daß der Herr selbst dir große Freude verkündigt hat ― nichts anderes, als daß alle, vor die das Wort kam, sich über diese Rede wunderten, die ihnen die Hirten gesagt hatten"( Luk. 2, 18) und daß solche Verkündiger sich nicht an


