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gegenüber? Verstecken wir uns auch in dieser, unserer besonderen Situation als junge Theologen nicht hinter Halbheiten und Kompromissen, die zwischen beiden Totalitätsansprüchen vermitteln wollen? Deutsche, evangelische, junge Theologen: seid männlich und seid stark! Seid ganze Kerle, die nicht auf beiden Seiten hinken und das schändliche Kunststück, zwei Herren dienen zu wollen, nicht fertig bringen, sondern der Welt, mitten ins Gesicht, ehrlich, nüchtern und sachlich sagen:„ denn ich hielt mich nicht dafür, daß ich etwas wüßte unter euch, ohne allein Jesum Christum, den Gekreuzigten"( I. Kor. 2, 2). Das muß unmißverständlich und gehorsam verkündigt werden; nicht um des Kämpfens oder um des unbequemen Staates willen, nein, um der Wahrheit willen, daß ihr als Theologen im Arbeitslager, in der Fachschaftsarbeit, im SA.- Dienst wirklich nichts anderes zu sagen wißt, als das, was aus dem Munde des gekreuzigten Christus kommt! Es ist nicht wahr, daß ihr noch etwas Wichtiges und Weltbewegendes als Theologen im Dritten Reich zu sagen hättet! Es ist nicht wahr, daß dieser Gekreuzigte nicht mehr so für eure Kameraden im Arbeits lager und im SA.- Dienst gelte! Es ist nicht wahr, daß ihr euch mit den Lehren und Gefühlen und Forderungen eurer Umgebung verständigen und ihnen gar entgegenkommen müßtet, damit man euch verstehen könne! Wer von uns solche Schritte tut, der tritt aus der Gemeinschaft derer, die sich als die Toren wissen, heraus unter die so sich selbst loben, aber dieweil sie sich bei sich selbst messen und halten allein von sich selbst, verstehen sie nichts", wie der Apostel gegen die falschen Apostel zu Korinth schreibt( 2. Kor. 10, 12).
Liebe Brüder und Kommilitonen! Die Stunde der deutschen Geschichte fordert von uns schon als junge Theologiestudenten vor allen Dingen Theologen zu sein, die in dieser Stunde nach wie vor allein an Gottes Wort in der Heiligen Schrift gebunden sind; schlichte Glieder der Gemeinde, die ,, Gott mit Freuden und einfältigem Herzen loben"( Apg. 2, 47), inmitten unserer jungen Brüder und Volksgenossen, die allerhand andere Dinge und Menschen loben; inmitten unserer Lehrer und vielleicht auch Eltern, die uns oft die Dinge irgendwie bequem und mundgerecht machen wollen; inmitten eines ehrlichen, frank und frei redenden Staates, der uns als Jugend des Dritten Rei


