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Herr, wohin sollen wir gehen? : ein Wort eines evangelischen Theologiestudenten an seine Kommilitonen / Max Lackmann
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euer Leben in allen Dingen grundsätzlich von dem Gehorsam und der Liebe gegen Gottes heiligen Schöpfungs- und Erlösungs­willen bewegt, oder bringt ihr es mit Oberflächlichkeit und aller­lei Theologenwitz auch fertig, nebensächliche Fragen der Welt, unseres Volkes an die Kirche zu prinzipiellen Fragen zu verwan­deln und zu verdrehen? Wie ist das mit Euch: redet ihr den Menschen der Welt nach dem Munde oder seid ihr als Theolo­gen an Gottes Wort gebunden?

Meine Brüder und Kommilitonen: die Gemeinde Jesu Christi in unserem deutschen Volk hat das Recht, uns alle in dem Geiste Jesu Christi auf Herz und Nieren zu prüfen, ob wir als junge Theologen im Dritten Reich durch Geduld laufen in dem Rampf, der uns verordnet ist"( Hebr . 12, 1) und in keinem anderen Rampf-, weder in einem politischen noch weltanschau­lichen! Die Gemeinde, die Kirche Christi in Deutschland hat das Recht, schon heute danach zu fragen! Aus zwei Gründen!

Einmal, weil wir nichts mehr und nichts Weniger als Glieder der Gemeinde Gottes sind, die das Amt der reinen Ver­kündigung des Wortes Gottes und der rechten Verwaltung der heiligen Sakramente dereinst aus ihrer Hand übernehmen wol­len. Wo heute die Knechte nicht schlafen( Luk. 12, 37), da wissen sie Bescheid, daß über unser deutsches Volk und unsere evange­lische Kirche des Erlösers in ihm eine neue gewaltige Gerichts­und Gnadenzeit Gottes durch sein Evangelium angebro. chen ist, wie sie uns seit der Reformation nicht heimgesucht hat. Unser Horchen und unser unbewegliches So spricht der Herr" kann für Jahrhunderte, vielleicht für die Ewigkeit- wer weiß, wann sie für uns endgültig anbrechen wird die letzte Möglich­keit von Gottes Gnaden sein, dem deutschen Volke die Botschaft von Gottes Gerechtigkeit, Heils- und Erlösungswillen zu brin­gen. Unser Verstopfen der Ohren und unser selbstsicheres Sier ist des Herren Tempel, hier ist des Herren Tempel, hier ist des Herren Tempel"( Jer. 7, 4) kann für Zeit und Ewigkeit, denn wer hat des Herrn Sinn erkannt oder wer ist sein Ratgeber ge­wesen?"( Röm. 11, 34) den Untergang und die Verdammung all unserer Brüder und Schwestern und Rinder unseres Volkes bedeuten. Wissen wir nichts von dem Volke Israel , oder von dem Bolschewismus, wie sie sich dem geistlichen Auge darstellen?

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