Allgemeines über die Aepfel.
So reich auch die Natur an Schönheit und Pracht iſt, ſo mag man doch nicht leicht einen lieblicheren Anblick finden, als ihn der Apfelbaum im Früh⸗ ling bietet, wenn er mit Blüthen bedeckt iſt, und dann wieder im Herbſt, wenn ſich ſeine Zweige unter der Laſt der herrlichſten Früchte beugen. Seine zarten Blumen, welche an Wohlgeruch und Schönheit mit den herrlichſten exotiſchen Blüthen wetteifern, ſcheinen, wenn ſie mit gewinnender An⸗ muth ſich öffnen, zu erröthen darüber, daß ſie ſich ſelbſt ſo ſchön finden, aber auch zu fühlen, daß ſie eben ſo ſchutzlos ſind, wie anmuthig. Aber bald ſproſſen Gruppen kräftiger Blätter hervor, den kurzlebenden Blumen Schutz zu gewähren und die zarten Früchte zu decken, welche in wenigen Wochen bereits zwiſchen ihnen hervorglänzen. Und wenn dann unter dem warmen Athem des Som⸗ mers die Maſſen des dunkelgrünen Laubes überall von goldigen oder rothbäckigen Früchten durchbrochen werden, dann erſcheint der Apfelbaum gleich der
wirklichen Oriflamme des Gartenbaues.
Löhring, die Aepfelköchin. 1


