Druckschrift 
Anleitung zur Fleischbeschau : nach den Erfahrungen des Distrikts-Thierarztes Anton Obermayer in Kaiserslautern, für Physiker, Polizeibeamte, Thierärzte und Fleischbeschauer / bearbeitet von Dr. C. Meuth, königl. Bayer. Kantonsphysicus in Zweibrücken
Entstehung
Seite
132
Einzelbild herunterladen

Darrſucht

der Schagafe.

ungeheure Menge von Urin ausgeleert. Der Koͤr⸗ per magert daher bald ſehr ab, und es ſtellt ſich Zehrfieber ein.

Bei der Eröffnung findet man die Nieren mürbe und bläulich, das Nierenfett gänzlich ver⸗ zehrt, die Blaſe verdickt, verkleinert oder vergrö⸗ ßert. Bei hohem Grade der Krankheit zeigen ſich noch dieſelben Veränderungen wie bei der Fäule.

Das Fleiſch iſt nicht wohl genießbar, daher deſſen Verkauf nicht zu erlauben.

§. 84.

Die Darrſucht der Schaafe beſteht in einer allgemeinen Abnahme des Körpers, verbun⸗

den mit ſchleichendem Fieber. Die Kennzeichen

derſelben ſind: große Mattigkeit der Thiere, häu⸗ ſige Durchfälle, aufgetriebener Hinterleib, bald ge⸗

ringe Freßluſt, bald Gefräßigkeit. Die Haut ſieht

gelb aus, alles Fett iſt verſchwunden, die Mus⸗

keln ſind verſchrumpft, und außerdem noch alle

diejenigen Erſcheinungen vorhanden, welche bei Abzehrungen vorkommen.

Die Eröffnung zeigt die Druͤſen verhärtet und vergrößert, Leber, Milz und Nieren verän⸗ dert, das Fleiſch faſt verſchwunden.

Solche Thiere ſind nicht zur Schlachtung ge⸗ eignet, der Verkauf ihrer Theile daher nicht zu exlauben.